Wenn wir jemanden kritisieren, sei es im Job oder in der Partnerschaft, dann sollten wir sachlich bleiben. Vor allem sollten wir keine zu hohen Erwartungen daran haben, dass unser Gegenüber alle Kritikpunkte annimmt und umsetzt.

Feedback heißt auf Deutsch: Rückmelden. Dem Gegenüber mal kurz sagen, was wir an seinem oder ihrem Verhalten gerade gut oder auch weniger gut finden. Die Kunst dabei ist, es so zu tun, dass der oder die andere dadurch nicht gekränkt wird, sondern die Kritik annehmen kann. Bestenfalls ergeben sich daraus direkt Verbesserungen für ein Projekt, die Zusammenarbeiten oder das Zusammenleben.

Coach Claudia Kimmich ist als Informatikerin und Verhaltensexpertin. Ihr Tipp: Idealerweise geben wir Rückmeldung ohne Bewertung beziehungsweise ohne Vorwürfe. Wir sollten bei uns bleiben und eher ausdrücken, was das Verhalten des oder der anderen mit uns persönlich macht.

"Nicht diesen Fingerzeig: Du, du, du – das ist ungeschickt."
Claudia Kimmich, Coachin und Verhaltensexpertin

Egal, ob wir im Job oder im Privaten Feedback geben – hilfreich sind laut Claudia Kimmich grundsätzlich vier Fragen:

  • Was finde ich gut?
  • Was finde ich nicht so gut?
  • Was will ich?
  • Und was bin ich persönlich bereit, dafür zu geben?

Wir dürfen beim Feedback unsere eigenen Bedürfnisse und Gefühle einfließen lassen, sollten jedoch darauf achten, dass wir nicht etwas auf unser Gegenüber projizieren, was eigentlich bei uns selbst im Argen liegt, sagt Claudia Kimmich.

Feedback bedeutet nicht, andere niederzumachen

Wenn jemand einfach losschimpft und sich so unsachlich auslässt, dann rät die Coachin zu der Frage: "Entschuldigung, was ist ihnen denn heute schon passiert?" Also einfach freundlich mal den Ball zurückspielen.

Der Vorteil am Feedback ist übrigens: Wir müssen es nicht annehmen. Es ist die Wahrnehmung einer anderen Person, die an uns herangetragen wird. Am Ende können schauen, was wir damit machen. Ob wir es annehmen oder einfach an uns abprallen lassen.

Bei guten Feedback-Gesprächen bestehe jedenfalls die Chance, dass sich anschließend etwas bessert. Sei es in der Zusammenarbeit oder in der Partnerschaft.

  • Autorin:  Magdalena Bienert