Das Kompliment vom Sportlehrer, sie mache Liegestütze so gut wie ein Junge, fand Julia Korbik schon damals daneben. Später im Studium ärgert sie sich über Leselisten, die nur männliche Autoren enthalten.

Dann kommt für die Journalistin der Zeitpunkt, in dem sie ihrem Ärger über die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen Luft macht: Im Mai 2014 veröffentlicht sie ihr Buch "Stand Up! Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene".

Die großen Feminismus-Kämpfe sind vorbei, sagt Julia Korbik, dennoch bestehen immer noch absurde Geschlechternormen, Vorurteile und Klischees im Zusammenleben von Männern und Frauen.

"Es geht wirklich um die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, der Glaube daran, dass Frauen gleichberechtigt sind, dass sie die gleichen Chancen haben sollten."
Julia Korbik, Journalistin

Viele Menschen könnten nichts mit Feminismus anfangen, obwohl die Ungleichbehandlung von Frauen im Beruf oder Alltag weit verbreitet ist. Die großen Kämpfe um das Recht auf Abtreibung oder die freie Berufswahl von Frauen müsse man nicht mehr kämpfen. Aber Alltagssexismus oder die ungleiche Bezahlung von Frauen seien immer noch verbreitet.

"Die feministische Bewegung in Deutschland ist alles andere als verstaubt."
Julia Korbik, Journalistin

Das Buch soll die Bedeutung von Feminismus für unseren Alltag wiedergeben. Dabei kann diese Haltung durchaus humorvoll und spannend sein, sagt Julia Korbik. Sie will mit den Klischees aufräumen, dass Feministinnen frustrierte, lesbische Frauen seine, die keinen Mann abbekommen hätten und lila Latzhosen tragen.