250.000 Ferkel. So viele Tiere werden in einer Anlage in Alt Tellin gezüchtet. Die Massentierhaltung läuft seit 2013 auf Vollbetrieb. Gegen die riesige Zuchtanlage klagt der BUND.

2011 wurde die Anlage vom Staatlichen Umweltamt Neubrandenburg genehmigt: der Bau von drei Stallgebäuden, einer Biogasanlage und eines Güllelagers. Seit 2012 ist damit eine der größten Anlagen zur Massentierhaltung in Europa am Start. Rund 10.500 Zuchtsäue produzieren etwa 250.000 Ferkel im Jahr.

Ferkel im Akkord

Der Umweltverband BUND klagt gegen diese Erlaubnis. Dabei geht es nur am Rande um das Tierwohl. Unter anderem darum, dass die Kastenstände zu eng seien. Diese Vorwürfe hat das Unternehmen bislang erfolgreich zurückgewiesen.

Blick aus der Luft auf die Schweinezuchtanlage in Alt Tellin.
© Imago | Kai Horstmann
So sieht die Schweinezucht in Alt Tellin von oben aus. Wirkt riesig, aber Umweltschützer beklagen, dass die über 250.000 Säue und Ferkel für eine artgerechte Haltung vier Mal so viel Platz bräuchten.

Die Anlage gehört dem Holländer Adrianus Straathof, der als berüchtigter Investor gilt. In Sachsen-Anhalt kassierte der Schweinezüchter 2014 eine Strafzahlung von 1,4 Millionen Euro und ein Tierhaltungsverbot.

Im Fall von Alt Tellin klagt der BUND gegen die Anlage und zwar aufgrund des Immissionsschutzes. Dabei geht es nicht um den Geruch oder Lärm der Schweine. Da liegen die Immissionen unter den Richtwerten.

Gülle, Gülle, Gülle 

Den Klägern geht es um die Unmengen von Gülle und Phosphatausscheidungen. Der Boden könne auf Dauer solche großen Mengen nicht aufnehmen, sodass Grundwasser und Flüsse belastet würden.

Je nach Ausgang der Klage, geht der Protest in Alt Tellin weiter.