Festivalsicherheit

Polizeidrohnen beim Wacken-Festival 2019

Sicherheit war beim Wacken Open Air bisher eigentlich kein großes Problem. Trotzdem lässt die Polizei in diesem Jahr Drohnen aufsteigen. Der Pressesprecher der zuständigen Polizeidirektion erklärt, warum.

Am 01.08. beginnt das 30. Wacken Open Air in Schleswig-Holstein – Europas größtes Metal-Festival. Die 75.000 Karten sind bereits seit August 2018 ausverkauft. Eine Tradition, denn seit 14 Jahren wurden alle Tickets für das Festival im Vorverkauf unter die Leute gebracht. Eine Neuigkeit gibt es 2019: Die Polizei wird in diesem Jahr zum ersten Mal Drohnen einsetzen. Zwei der Fluggeräte sollen abwechselnd über dem Festivalgelände kreisen und für Sicherheit sorgen. Die Polizei von Itzehoe setzt zwei Drohnen ein, weil sie nicht sehr ausdauernd fliegen können, erklärt unser Reporter Christian Schmitt, der sich die Pläne angesehen hat. Eine fliegt und die andere wird geladen.

Die Polizei erhofft sich von ihrer Drohnenüberwachung mehr Sicherheit. Der Pressesprecher der Polizeidirektion von Itzehoe sagt, das größte Problem auf dem Festival sei Diebstahl.

"Da hatten wir Zeltschlitzer, die Zelte aufgeschlitzt und Sachen entwendet haben. Solche Sachen könnte die Kamera übertragen. Und dann können Polizeikräfte zum Einsatzort gelenkt werden, um die festzunehmen."
Peter Berndt, Polizeidirektion Itzehoe, Öffentlichkeitsarbeit

Die Polizei muss die Persönlichkeitsrechte der Besucher während des Einsatzes berücksichtigen. Sie darf, wenn Menschen zu sehen sind, nur Übersichtsaufnahmen von dem Festivalgelände machen. Die Drohnen könnten zwar technisch detaillierte Nahaufnahmen liefern, dürfen es allerdings aus rechtlichen Gründen nicht.

Eine größere Schlägerei ließe sich mit der Drohne erkennen, die Einsatzkräfte auf dem Gelände könnten reagieren. Aber ein Drogendeal lässt sich so wohl nicht detailliert beobachten.

Wacken: Ein friedliches, sicheres Massenevent

Eigentlich werden auf dem Wacken Open Air trotz der Größe traditionell erstaunlich wenige Straftaten begangen. 2016 wurden beispielsweise 20 Körperverletzungen gemeldet, 2017 waren es nur 12.

Die Drohne soll eher helfen, das große Ganze im Blick zu haben. Rein organisatorisch ist wohl hilfreich zu sehen, wo sich gerade die Menschen knubbeln. Aus Sicht des Polizeisprechers wären Drohnen eine gute Möglichkeit, Besucherströme zu beobachten, um sie dann besser lenken zu können. Der Polizeisprecher ist auch der Ansicht, dass die ständige Präsenz einer Drohne über den Besucherinnen und Besuchern die Stimmung nicht beeinträchtigen sollte.

"Ich glaube nicht, dass das störend wirkt, weil auch der Veranstalter schon eine eigene Drohne hat aufsteigen lassen. Es wird nicht ständig eine Drohne an einem stationären Ort sein."
Peter Berndt, Polizeidirektion Itzehoe, Öffentlichkeitsarbeit