Der einzige Film mit deutscher Beteiligung im Wettbewerb um den goldenen Löwen ist auch gleichzeitig der einzige Dokumentarfilm: "Human Flow" des chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist ein Film über Flüchtlinge.

Die drei ersten Bilder des Films "Human Flow" machen gleich klar, worum es geht: Wellen, eine Signallampe und Menschen im Schlauchboot. Klar, es geht um Flüchtlinge. Die Bilder werden mit Laufbannern kontrastiert: Gedichte, Texte, Nachrichten. 

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Lesbos in Griechenland, die Balkanroute, Mazedonien, Mossul, Berlin, Calais, die Osttürkei, Bangladesch, Jordanien, Ungarn und am Ende auch die Grenze zwischen den USA und Mexiko - Bilder aus 23 Ländern und insgesamt 40 verschiedenen Flüchtlingscamps lassen den Film zu einer großen Collage der globalen Flüchtlingsströme werden.

"Durch diese vielen Camps, die vielen verschiedenen Lager wird das Ausmaß der Flüchtlingskrise viel, viel klarer."
Anna Wollner, Filmkritikerin

In der Willkür der Bilder spiegelt sich auch ein bisschen die Willkürlichkeit der Gründe, warum Menschen flüchten müssen. Ai Weiwei sagt selber, der Film sei aus einer Zufallsidee entstanden.

"Der Film war nie so geplant. Ich habe mit meinem IPhone angefangen. Wir hatten keine Crew, nichts. Aber wir haben schnell gemerkt, dass wir einen Plan brauchen."
Ai Weiwei auf der Pressekonferenz zu "Human Flow"
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Ai Weiwei taucht auch immer wieder selber auf, zum Beispiel wenn er filmt, telefoniert, wenn er mit Menschen auf der Flucht spricht – und auch für sie kocht. Unsere Filmkritikerin Anna Wollner findet, dass der Künstler sich auf diese Weise manchmal etwas unnötig in den Vordergrund bringt.

"Es geht nicht um das Einzelschicksal der Flüchtlinge, sondern um das große Ganze."
Anna Wollner, Filmkritikerin

Der Film dauert 140 Minuten. Filmkritikerin Anna findet, er wäre genauso wirkungsvoll – auch wenn er eine Stunde kürzer wäre. Besonders stark findet sie Drohnenflüge über Flüchtlingscamps: "Es sind Bilder, die sich einbrennen."

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Ai Weiwei bietet mit seinem Film keine Lösungsansätze oder Interpretationen, sondern er dokumentiert mehr den Istzustand. Aber er macht noch einmal klar, wie weltumspannend die Flüchtlingsbewegung ist.