Fiona lebt und arbeitet als Psychologin auf Mauritius. Anfangs war es schwer für sie, Anschluss zu finden, aber sie hat viele Möglichkeiten im Job, die sie in Deutschland wahrscheinlich nicht hätte. 

Bei dem Gedanken an Mauritius haben die meisten wahrscheinlich Sandstrände, Meer und vor allem Urlaub im Kopf. Fiona Kau allerdings lebt auf Mauritius und hat einen ganz normalen Arbeitsalltag. Als selbstständige Psychologin verbringt sie viel Zeit im Büro. 

Die Arbeit als Psychologin hier gefällt ihr gut, erzählt Fiona. Es sei wichtig für sie gewesen, Gelassenheit zu entwickeln. Denn in Mauritius komme es häufig vor, dass Patienten und auch Freunde zu spät oder gar nicht zu einer Verabredung kommen - Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit spielen nicht so eine große Rolle wie in Deutschland, daran musste sie sich erst gewöhnen und sich anpassen. Inzwischen komme sie selbst auch mal zehn Minuten zu spät wenn sie wisse, dass ihre Verabredung ohnehin nie pünktlich auftaucht.

Man merkt richtig, dass hier ein Bewegungsgeist herrscht. Gerade auch in meinem Berufsfeld entwickelt sich sehr viel. Die Leute sind sehr offen und es ist einfach auch viel Bedarf.
Fiona Kau, Psychologin auf Mauritius

Fiona ist ursprünglich für ein Praktikum nach Mauritius gegangen. Dort verliebte sie sich, kehrte zunächst allerdings nach Deutschland zurück. In München schloss sie erst mal ihr Psychologie-Studium ab und entschied sich dann, ganz nach Mauritius zu gehen. Um nicht finanziell abhängig von ihrem damaligen Freund zu sein, übernahm sie ein Bed and Breakfast. Eigentlich war das nur als Überbrückung gedacht, dauerte schlussendlich aber zwei Jahre. 

Auf Mauritius selbstständig sein, ist gar nicht so schwer

Schließlich hat Fiona sich dann als Psychologin selbstständig gemacht. Sie erklärt, dass das an sich gar nicht so schwer war, da Psychologen, aber auch andere medizinische Berufsfelder, auf Mauritius momentan noch nicht reglementiert werden. Außerdem bewege sich auf Mauritius einiges in ihrer Branche und es gebe viele Möglichkeiten, neue Projekte zu starten.

"Wenn du sagst ich mach morgen meine Praxis auf, dann machst du deine Praxis auf."
Fiona Kau, Psychologin auf Mauritius

Es war jedoch nervenaufreibend, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, sagt Fiona. Dafür seien viele Behördengänge notwendig gewesen, da die Regelungen dafür in Mauritius sehr streng seien.

Fiona Kau beim Traillaufen
© Fiona Kau
Fiona Kau beim Traillaufen

Fiona erzählt im Early Bird-Interview auch, dass es anfangs gar nicht so leicht war, privat Anschluss zu finden. Geselligkeit werde auf Mauritius zwar großgeschrieben, die meisten Mauritier hätten aber schon einen festen Freundeskreis und blieben deshalb häufig unter sich. Inzwischen hat Fiona über die Arbeit und ihre Hobbys - Traillaufen, Kitesurfen, Tauchen und Wakeboarden - aber Anschluss gefunden. Es hat sich gelohnt, hartnäckig zu bleiben - privat wie beruflich.