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Ruhe, Nichtstun – die Synonyme für Schlaf klingen fast danach, als würde in der Nacht nichts im Körper passieren. Aber das stimmt nicht ganz. Wie wir im Schlaf regenerieren, erklärt Schlafforscherin Christine Blume.

Natürlich ist unser Schlaf ein Entspannungs- und Erholungszustand, den unser Körper auch dringend braucht. Wir schließen die Augen, bewegen uns weniger, reagieren weniger auf Reize aus der Umwelt und befinden uns auch in einer reizarmen Umgebung – meist in einem dunklen, kühlen Schlafzimmer.

Schlafforscherin Christine Blume sagt, dieser Zustand ist einer, in dem sich unser Körper mit sich selbst beschäftigen darf. "Es ist ein Zustand, der perfekt geeignet ist, um das Gegenstück zur Wachheit zu formen, Eindrücke zu verarbeiten, Ressourcen aufzufüllen, etwas Housekeeping zu betreiben", findet sie.

"Schlaf schafft auch die idealen Voraussetzungen dafür, dass wir langfristig gesund bleiben."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Aber: Gehirn und Körper sind im Schlaf trotzdem aktiv. Im Gehirn werden Eindrücke des Tages danach sortiert, was erhalten bleiben soll und damit ins Langzeitgedächtnis wandert, und was nicht mehr wichtig ist.

Das vergessen wir dann. Stoffwechselprodukte und Stoffe, die unsere Nervenzellen schädigen können, werden ausgeschwemmt. Das Immunsystem wird wieder in einen ausgeglichenen Zustand gebracht. Ist der Schlaf ausreichend lang und erholsam, dann fühlen wir uns am nächsten Morgen wieder fit und leistungsfähig für den nächsten Tag.

Schlaf und sportliche Regeneration

Auch von sportlichen Aktivitäten regenerieren wir, während wir schlafen. Der Körper hat seine Ruhe, es kommt keine zusätzliche Belastung hinzu und das ist optimal. Außerdem finden im Schlaf wichtige hormonelle Prozesse statt.

"Im Schlaf wird besonders viel Wachstumshormon ausgeschüttet. Das ist wichtig für Muskel- und Knochenwachstum, aber stimuliert zum Beispiel auch den Abbau von Fett im Körper."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Außerdem ist der Schlaf wichtig, damit Entzündungsprozesse nicht voranschreiten, beschreibt die Schlafforscherin.

"Wenn man richtig intensiv trainiert, kann es zu einer örtlich begrenzten Entzündungsreaktion kommen. Der Schlaf sorgt wohl dafür, dass sie nicht aus dem Ruder läuft."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Für die Regeneration spielt wohl der Tiefschlaf eine besondere Rolle. In diesem Schlafstadium wird auch das meiste Wachstumshormon ausgeschüttet.

"Aber bevor jetzt alle sich morgens fragen: Hatte ich jetzt genügend Tiefschlaf? Der Körper regelt das meistens ganz automatisch."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Das bedeutet: Wer viel trainiert, dessen Körper wird wahrscheinlich ganz von allein etwas mehr Tiefschlaf fördern.

In dieser Folge sprechen Ilka Knigge und Dr. Christine Blume darüber, wie Regenerationsprozesse im Schlaf nach Verletzungen oder Erkrankungen helfen, wieder fit zu werden.

Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.