Von Barcelona aus für 149 Euro nach San Francisco – das bietet die neue Billig-Fluglinie Level – eine Tochter der spanischen Fluggesellschaft Iberia. Luftfahrtexperte Cord Schellenberg ist skeptisch, ob das Erfolg verspricht.

Die Philosophie hinter den Billigangeboten für Langstreckenflüge ist dieselbe wie auf der Kurzstrecke: Man bucht eine Art Basistarif und dann werden Leistungen zugebucht. Zum Beispiel Aufschläge für Gepäck, Sitzplatzreservierungen oder mehr Komfort an Bord, wenn man mehr Sitzabstand kauft zum Beispiel. Das kann ziemlich schnell ziemlich teuer werden. Ein Gepäckstück kostet zwischen 30 und 50 Dollar. Für das zweite nehmen amerikanische Airlines dann schon 100 Dollar und mehr.

"Am günstigsten fliegt derjenige, der auch auf der Langstrecke nur mit Handgepäck unterwegs ist."
Cord Schellenberg, Luftfahrtexperte

Eine Frage der Fixkosten

Dass es bisher auf Langstreckenflügen keine Möglichkeit gab, einzelne Leistungen zuzubuchen, liegt an den Fixkosten. Wegen der langen Flugzeiten muss zum Beispiel die Besatzung nach einem Flug komplett ausgetauscht werden. Inklusive Unterbringung des Personals entstehen so Kosten, die nicht so leicht reduziert werden können, sagt Cord Schellenberg. 

Auch die Wartungszeit des Flugzeugs ist bei Langstrecken deutlich höher. Während bei der Kurzstreckenflieger innerhalb Europas bereits nach 20 bis 30 Minuten wieder in der Luft sind, kann der Langstreckenflug eben nicht direkt die nächsten Passagiere einladen und mit zurück nach Europa nehmen.

"Man muss da schon extrem auf alle anderen Kosten gucken, von Flugzeugeinkauf bis zur Technik. Das ist ein Modell, mit dem man nicht einfach Geld verdienen wird."
Cord Schellenberg, Luftfahrtexperte

Die Lufthansa ist mit einem ähnlichen Konzept bei Eurowings bereits kläglich gescheitert. Aber die Fehler der Deutschen will Iberia laut eigener Aussage nicht wiederholen. Luftfahrtexperte Cord Schellenberg ist da allerdings skeptisch. Denn einen Fehler habe Iberia ja schon gemacht:

"Als etablierte Fluggesellschaft ist es bis jetzt noch niemandem gelungen, eine Low Cost Fluggesellschaft eigenständig zu entwickeln."
Cord Schellenberg, Luftfahrtexperte

Die erfolgreichen Low-Cost-Carrier wie Ryanair, Norwegian und Easy Jet sind alle neu entstanden, gibt Cord Schellenberg zu bedenken. Was Iberia allerdings anders machen will: Die Besatzung will die Fluggesellschaft für ihre Billiglinie Level aus dem eigenen Haus rekrutieren und nicht fremd einkaufen. Ob das funktioniert, bleibt abzuwarten. Auch Iberia ist vorsichtig - und startet zunächst nur mit zwei Fliegern.

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