Demisexuelle sagen, dass sie Menschen sehr gut kennen und ihnen vertrauen müssen, um überhaupt eine sexuelle Anziehung zu spüren. Feli ist eine von Ihnen. In Eine Stunde Liebe erzählt sie, wie ihre Sexualität aussieht.

"Demi" ist französisch bedeutet "halb". Demisexuell heißt also wörtlich übersetzt: zur Hälfte sexuell. Demisexuelle Menschen spüren erstmal keine sexuelle Anziehung. Körperliche Lust entsteht nur, wenn sie eine starke emotionale Bindung zu jemandem aufbauen. Sex ohne Gefühle, wie zum Beispiel One-Night-Stands mit Menschen, die sie nicht kennen, ist für "Demis" unvorstellbar.

"Ich muss die Person gut kennen, um Sex zu haben. Das ist eine Grundvoraussetzung."
Feli hat mit Ende 20 entdeckt, dass sie "demi" ist

Das Ganze ist weder anerzogen, noch bewusst ausgesucht oder ein Defekt, sondern es ist einfach so. Unklar ist, warum manche Menschen mehr, andere weniger demisexuell sind.

"Das größte Vorurteil ist, dass es allen Menschen doch so geht, dass man Sexpartner vorher kennen lernen will."
Feli hat mit Ende 20 entdeckt, dass sie "demi" ist

Eine Stunde Liebe Reporter Benni Bauerdick hat demisexuelle Menschen getroffen und von ihnen erfahren, wie sie Demisexualität definieren und welche Reaktionen sie beim Dating erfahren.

"Schon in der Pubertät fällt vielen auf, dass sie sich von anderen nicht so sexuell angezogen fühlen. Sie finden niemanden sexy, solange diese Vertrautheit nicht da ist."
Sandra Gathmann, Diplom-Psychologin über demisexuelle Menschen

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