Vor 100 Jahren erklärte Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Der Erste Weltkrieg wurde unmittelbar nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand ausgerufen.

"Den Krieg hatten manche herbeigesehnt. Als reinigendes Gewitter in der schwülen und aggressiven Atmosphäre imperialistischer Machtpolitik"
Wolfgang Benz, Historiker

Danach blieb von der europäischen Ordnung, wie sie vorher bestanden hatte, nichts mehr übrig. Der erste industriell geführte Konflikt ließ vier Reiche untergehen: die Habsburger K.u.K.-Monarchie, das russische Zarenreich, das Osmanische Reich und auch das Deutsche Kaiserreich. Die Folgen des Ersten Weltkrieges haben unsere heutige Ordnung geprägt.

Wissenschaftlich erinnert uns der Historiker Wolfgang Benz an die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts", wie er seinen Vortrag überschrieben hat. Die Technische Universität Berlin hatte zu seinem Vortrag am 10. Mai 2014 eingeladen.

"So ist auch der Erste Weltkrieg immer noch eine Aufgabe über Gewalt nicht nur im Krieg, sondern im Alltag in jedem Individuum, wo sie beginnt, zu forschen"
Ute Benz, Psychoanalytikerin

Tourismus im Namen des Ersten Weltkriegs

Schon kurz nach Kriegsende setzte der Schlachtfeld-Tourismus ein. Angehörige, Veteranen und Neugierige schauten sich die Orte an, an denen zuvor Tausende ums Leben gekommen waren. Experte dafür ist der Soziologe Hasso Spode. Er spricht über den "Sonntagsausflug zur Hölle - das Phänomen des Schlachtfeld-Tourismus".

Warum Krieg?

Am Ende unserer Sendung werden wir grundsätzlich: Die Psychoanalytikerin Ute Benz hat einen Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud erforscht. Darin stellt Einstein die Frage: Warum Krieg?