In Rotterdam schwimmt das FOR, das Floating Office Rotterdam. Es passt sich den Meereshöhen an und ist Teil der Klimaanpassungs-Strategie der Niederlande.

Nach Angaben der Betreiberfirma ist das FOR, das Floating Office Rotterdam, das größte schwimmende Bürogebäude, das vollständig aus Holz gebaut wurde. Ob das stimmt oder nicht: Dieses Gebäude ist besonders. Denn es schwimmt tatsächlich auf dem Wasser, ist also so eine Art Hausboot.

Das FOR ist ein Pilotprojekt, das zeigen soll, wie Städte auf die Klimaerhitzung reagieren können. Und es ist gleichzeitig Hauptsitz des Global Centers on Adaptation, eine Nichtregierungsorganisation, die sich genau damit befasst.

450 Millionen Menschen betroffen

Zu den Folgen des Klimawandels gehören unter anderem steigende Meeresspiegel, die schon im Jahr 2050 Regionen fluten könnten, in denen rund 450 Millionen Menschen leben, die dann ihren Lebensraum verlieren.

Auch die Niederlande werden von steigenden Meeresspiegeln betroffen sein. Deshalb hat das Land Interesse an Gebäuden, die sich daran anpassen könnten.

Das FOR ist so eines, denn es schwimmt auf hohlen Betonblöcken. Steigt das Wasser, steigt das Gebäude mit. Die Verbindung zum Land, also Gehwege, Wasser-, Strom- und Internetleitungen, machen die Höhenänderungen mit.

"The floating office is something that really shows how you can build on water and how you can build in a way, that you can be safe despite the rise of sea levels."
Albert Richters, Teil des Architekturbüros Powerhouse Company, das das FOR entworfen hat

Neben der Möglichkeit, sich an die Folgen der Erderhitzung anzupassen, haben die Planer versucht, das Gebäude möglichst nachhaltig zu konzipieren. Auf der Sonnenseite des Daches erzeugt eine Photovoltaik-Anlage Strom. Die andere Seite ist begrünt, was unter anderem für eine natürliche Klimatisierung im Sommer sorgt und Feinstaub und andere Luftschadstoffe bindet.

Die Schwimmkörper sind zwar aus Beton, der Rest des Hauses wurde aber aus Holz gebaut. Das Schwanken des schwimmenden Gebäudes ist nicht unangenehm, sagt Albert Richters, der im Architekturbüro Powerhouse Company arbeitet. Das hat das Gebäude entworfen und das komplette obere Stockwerk bezogen.

Schwimmender Stadtteil

Auch in Südkorea wird versucht, sich auf den steigenden Meeresspiegel einzustellen. Die Stadt Busan plant zusammen mit einem New Yorker Start-up, den Vereinten Nationen und anderen Architekten nicht nur ein schwimmendes Gebäude, sondern einen ganzen Stadtteil. Der soll ebenfalls wie das FOR auf Schwimmkörpern schwimmen und mit dem Festland verbunden sein.

Derzeit geplant sind vier- bis fünfstöckige Gebäude für 12.000 Menschen mit Solaranlagen, Regenwassernutzung und Gewächshäusern. Wenn die letzten rechtlichen Hürden genommen sind, soll innerhalb von fünf Jahren dieser neue schwimmende Stadtteil entstanden sein.

  • Moderator:  Paulus Müller
  • Gesprächspartnerin:  Vera Pache, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin