Die Flüchtlinge hängen fest. Auf der Balkanroute zwischen Mazedonien und Griechenland stehen die Flüchtlinge an der Grenze und kommen nicht weiter. Einige sollen schon in den Hungerstreik getreten sein. Und nun? Wieder zurück?

Mazedonien hat seine Grenzen zu Griechenland dicht gemacht. Die Flüchtlinge sollen draußen bleiben, der Weg nach Zentraleuropa ist für viele Flüchtlinge versperrt. Nur Flüchtlinge aus bestimmten Ländern, Syrien, Irak, Afghanistan, werden ins Land gelassen und mit dem Zug weiter nach Serbien gebracht. Alle anderen müssen warten, in Zelten vom Roten Kreuz, auf Isomatten und Pappkartons.

"Die Menschen haben mit der Kälte zu kämpfen. Es gibt zu wenig zu essen, es gibt kaum Waschmöglichkeiten. Die Leute sind wirklich angeschlagen."
Andrea Beer, Korrespondentin an der mazedonisch-griechischen Grenze

Inzwischen sind einige Flüchtlinge in den Hungerstreik getreten. Ein paar von ihnen, vor allem Iraner, lassen sich von Freunden die Lippen zunähen. "Sie wollen damit ein Zeichen setzen", sagt Andrea Beer, die als Korrespondentin an der mazedonisch-griechischen Grenze unterwegs ist. "Sie haben sich auch Schilder gemalt: 'Wir lassen uns lieber erschießen, als dass wir weiter gehen.'" Andere drohen damit, sich umzubringen oder selbst zu verbrennen.

Ein iranischer Flüchtling vernäht einem anderen die Lippen.
© dpa
Ein iranischer Flüchtling vernäht einem anderen die Lippen.

Warum die Mazedonier überhaupt die Grenzen für die meisten Nationen dicht gemacht haben, ist unklar. Sie argumentieren, dass sie nur dem Vorbild von Slowenien und Serbien folgen würden, die die Grenzen ebenfalls so geschlossen hätten. Die hingegen streiten das ab und sie würden nur die Vorgaben von der EU umsetzen. Brüssel wiederum gibt an, so etwas nie verlangt zu haben.

Die Flüchtlinge kommen dort nicht mehr weg

Die Leidtragenden sind die Flüchtlinge, die nicht mehr von der Grenze wegkommen. Sie könnten durchaus versuchen, über ein anderes Land, eine andere Grenze weiterzureisen. Aber das ist nur eine theoretische Möglichkeit: "Es ist kalt, es ist Winter, sie sind entkräftet und haben oft kein Geld mehr", schildert Andrea Beer ihre Beobachtung. Sie hat Menschen im Rollstuhl gesehen und Familien mit Kindern. "Das ist also keine wirklich keine gute Idee, eine alternative Route über Albanien zu nehmen." Viele reisen zurück nach Athen. Dort könnten sie einen Asylantrag stellen, um erstmal im Land bleiben zu dürfen.

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