"Ich will das jetzt", lockt das Teufelchen. "Das darf man nicht", gebietet das Engelchen. Und dabei geht es um nichts anderes als um moralische Normen. Keine und keiner von uns wird bestreiten, dass es solche Normen gibt. Sie regeln einen großen Teil unseres Lebens. Das nehmen wir üblicherweise einfach so hin.

Der Hörsaal allerdings ist die Sendung, in der wir uns die Zeit nehmen, tiefer zu graben. Wir wollen den Sachen auf den Grund gehen. Warum gelten moralische Normen? So lautet die Grundsatzfrage, die wir uns vorknöpfen.

Und es gibt gleich zwei Antworten darauf. Die erste kommt von Gerhard Ernst, Professor der Philosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Antwort lautet - verkürzt dargestellt: Moralische Normen gelten, weil sie ebenso objektiv sind wie die Wissenschaft.

Ernst hielt seinen Vortrag am 20. Juni 2013 auf Einladung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Der Titel der Veranstaltung lautete: Moral, Wissenschaft und Wahrheit: Warum gelten moralische Normen? Ein Streitgespräch.

Vorweg noch ein Warnhinweis: Der Vortrag ist gut verständlich, trotzdem starker Tobak. Nebenher abwaschen oder kochen, ist nicht drin. Aber: Das Zuhören lohnt sich. Und die zweite Antwort liefert Carl Friedrich Gethmann im Hörsaal am 12. Oktober. Für ihn sind moralische Normen menschliche Verabredungen.