Freiwillige Flüchtlingshilfe geht an den Helfern nicht spurlos vorbei. Das Arbeitsaufkommen und die Schicksale der Geflüchteten sind auf Dauer belastend. Die Energiestation in Köln versucht den Helfern zu helfen.

Es ist der persönliche Kontakt zu den Flüchtlingen, durch den sich die Arbeit der vielen freiwilligen Helfer auszeichnet. Sie helfen praktisch, nehmen Ängste, trösten und bauen Beziehungen auf. Gleichzeitig werden durch die enge Bindung Abschiede oft zur Belastungsprobe. Die Energiestation der Kölner Freiwilligen Agentur bietet eine Art Supervision an, eine Hilfestellung, um mit Überforderung besser klarzukommen.

"Was in der Energiestation behandelt wird, sind Themen, die in allen Arbeits- und Engagementbereichen vorkommen: Überforderung, Erwartungen und Enttäuschungen."

Die Probleme, über die die Teilnehmer einmal im Monat kostenlos sprechen können, gibt es in anderen Arbeitsfeldern genauso. Es geht um Erwartungen an die Helfer, aber auch um deren eigene Erwartungen. Vielen Helfern fällt es schwer ihre Grenzen zu ziehen. Manche von ihnen versuchen mit dem Ehrenamt sogar eigene Probleme zu kompensieren, berichtet Gabi Klein. Sie berät Ehrenamtliche in der Kölner Energiestation.

Wenn den Druck jemanden schon richtig krank gemacht hat, kann die Supervision nur noch eine Empfehlung geben, wie es weiter gehen kann, erklärt Gabi Klein.

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Ehrenamt braucht Hauptamt

Das Ehrenamt könne ohne das Hauptamt nicht auskommen, sagt Gabi Klein. Es unterstützt, koordiniert und schafft einen Rahmen, in dem die freiwilligen Helfer tätig sein können. Nur so können Ermüdungserscheinungen bei den Freiwilligen vermieden werden, fordert Klein.

"Statt Work-Life-Balance könnte man Volunteer-Life-Balance sagen: Ich will mich engagieren, hab fünf Stunden in der Woche Zeit und merke dann, dass noch viel mehr von mir gefordert und gewünscht wird."