In Hannover können sich Menschen in einer therapeutischen Nothilfe melden, die sexuelle Gewaltfantasien verspüren. Die Hoffnung der Therapeuten: Sexuelle Übergriffe verhindern.

Vergewaltigungen gehören zu den schlimmsten Erfahrungen, die Menschen passieren können. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will sexuelle Übergriffe verhindern, indem sie potenziellen Gewalttätern eine Therapie anbietet. Menschen, die sexuelle Gewaltfantasien oder Hass auf Frauen verspüren, können sich anonym bei dem Projekt melden und bekommen kostenlos therapeutische Hilfe. Die Ärzte und Psychotherapeuten unterliegen der Schweigepflicht.

"Sexuelle Übergriffe passieren nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sie haben einen Vorlauf in der Seele und Sexualität von Tätern."
Prof. Dr. Uwe Hartmann, Sexualwissenschaftler MHH

Die Therapeuten wollen die Patienten in die Lage bringen, ihre Sexualität zu regulieren. Das soll sexuelle Übergriffe auf Frauen verhindern. Der anonyme, präventive Ansatz des Projektes ist in dieser Form neu in Deutschland. Das Konzept stammt vom Projekt "Kein Täter werden". Hier werden Menschen mit pädophiler Neigung kostenlos betreut und therapiert, um Übergriffe auf Kinder zu verhindern.

"Jeder einzelne verhinderte Übergriff ist es Wert."
Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt

In Eine Stunde Liebe erklärt der Projektleiter Prof. Uwe Hartmann, an wen sich das Projekt konkret wendet, welche Gewaltfantasien bei Patienten existieren und wie eine Therapie aussieht.

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