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Die Flutopfer in NRW und Rheinland-Pfalz sollen nicht so lange warten, bis Hilfsgelder kommen. In einer Sondersitzung beschließt der Bundesrat deswegen ein 30-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Aber ob die Menschen überhaupt zurück in ihre Häuser können, ist noch nicht klar.

In der Ortsgemeinde Altenahr in Rheinland-Pfalz leben etwa 2.000 Menschen. Es gibt 670 Häuser, durch die Flutkatastrophe Mitte Juli sind 480 so sehr beschädigt worden, dass sie nun unbewohnbar sind. Die meisten Gebäude müssen kernsaniert werden, viele auch komplett abgerissen und neu aufgebaut werden.

Rüdiger Fuhrmann, CDU-Mitglied und Ortsbürgermeister von Altenahr, berichtet: Die meisten Menschen wohnen nun bei Freundinnen und Freunden, Bekannten, oder sie haben sich Wohnungen gemietet. "Es gibt einige, die suchen noch Unterkünfte, um über den Winter zu kommen", erklärt der Bürgermeister. Er selbst hat die Katastrophe glimpflich überstanden. Zwar kann er momentan nicht in seine Wohnung, größere Schäden hat sie aber nicht erlitten.

Warten auf Gutachten und politische Entscheidungen

Der Wiederaufbau ist noch nicht gestartet, aber ab Oktober sollen die Menschen Hilfsgelder beantragen können. "Dann soll sehr schnell mit der Auszahlung begonnen werden", sagt Rüdiger Fuhrmann. Die Kosten bei den Menschen ohne Versicherung werden bis zu 80 Prozent ersetzt, je nach Schäden.

Bevor die Hilfsgelder aber fließen, müssen Gutachten über das Ausmaß der Schäden erstellt werden. Bis die Gutachten alle fertig sind, dürfte es noch zwei bis drei Wochen dauern, schätzt der Bürgermeister.

Die Flutopfer warten also auf die Finanzhilfen. "Es gibt ein paar Häuser, die vielleicht in Teilbereichen bis zum Winter so bewohnbar gemacht werden können, dass man ein oder zwei Räume benutzen kann", sagt Rüdiger Fuhrmann. "Der Großteil der Häuser in Altenahr ist so massiv geschädigt, dass es sinniger ist, erst im Frühjahr mit der Renovierung oder dem Wiederaufbau zu beginnen."

"Die Strukturentscheidungen sind für uns wichtig. Sie sind die Basis auf dessen wir den Wiederaufbau überhaupt planen können."
Rüdiger Fuhrmann, CDU, Ortsbürgermeister von Altenahr

Was auch nicht klar ist: Dürfen die Menschen überhaupt wieder zurück in ihre Häuser? Das sei eine politische Entscheidung, sagt Rüdiger Fuhrmann. Vom Land Rheinland-Pfalz sei zugesagt worden, dass bis Ende des Monats Details klar seien, wo entlang der Ahr noch Bereiche wieder bebaut werden dürfen oder ob es Bauverbotsbereiche geben wird.

"Das ist eine ganz entscheidende Frage", erklärt der Politiker. "Denn bevor ich in mein Haus oder meine Wohnung wieder Geld stecke, muss ich wissen, ob ich an der Stelle bleiben darf." Ohne diese Strukturentscheidung könne nicht geplant werden.

Der Wunsch von Rüdiger Fuhrmann: Bis Ende des Monats Bescheid wissen, damit klar ist, wie der Wiederaufbau von Altenahr aussehen kann.