Die Fahrradkuriere von Essenslieferdiensten wie Foodora oder Deliveroo haben genug: Sie wehren sich gegen die Arbeitsbedingungen und starten nun eine Kampagne. #Deliverunion wird von der Gewerkschaft Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen-Union Berlin organisiert.

Der Job ist hart und wird schlecht bezahlt: Alleine in Berlin arbeiten mehr als 500 Fahrradkuriere für Foodora. Das sind so viele Frauen und Männer, dass es gar nicht genügend Schichten für alle dieser Rider gibt. Dazu kommt: Viele von ihnen sind Midi-Jobber, die im Monat 450 bis 850 Euro verdienen. Für Studenten ok, nicht aber für die Kuriere, die hauptberuflich unser Essen liefern.

"Es ist nur eine sehr geringe Anzahl von Stunden garantiert. Die Leute brauchen aber mehr, um monatlich über die Runden zu kommen und tun deswegen alles, um irgendwie an Schichten zu kommen."

Sie organisieren sich in Berlin nun gewerkschaftlich unter #Deliverunion. Den Kurieren geht es um mehr Planungssicherheit und um mehr Geld. 9 bis 11 Euro plus Trinkgeld kassieren sie derzeit pro Stunde. Das liegt zwar über dem Mindestlohn, aber die Fahrer müssen ihre Arbeitsgeräte, Handys, Fahrräder, Reparaturen selbst mitbringen.

5,50 Euro pro Lieferung

Und dann gibt es noch die Freelancer, die nicht pro Stunde bezahlt werden, sondern für jede Lieferung einzeln. "Für jede Bestellung kriegt man 5,50 Euro", erzählt Jason, der sich in Berlin für Deliveroo durchschlägt. Manchmal gebe es aber nur drei oder vier Bestellungen am Tag für ihn: "Das sind nur 20 Euro für den ganzen Tag. Das ist keine Arbeit."

"Du musst für acht Stunden arbeiten und du kriegst nur drei oder vier Bestellungen. Das sind nur 20 Euro für den ganzen Tag."
Jason, Deliveroo-Rider

Für die Firmen laufen die Geschäfte gut. Foodora rechnet etwa damit, dieses Jahr Speisen im Wert von 150 Millionen Euro auszuliefern. An den Bedingungen will das Unternehmen aber vorerst nichts ändern: Unser Reporter Robert Ackermann hat nachgefragt und Foodora begründet: Die Gehälter liegen über Mindestlohn, Fahrer könnten sich um mehr Schichten bewerben und sie sollen weiterhin ihre privaten Handys und Räder benutzen.

Bei Deliveroo hat sich auf die Anfrage eine PR-Agentur gemeldet, die die Fragen zeitnah beantworten wolle.