Wenn in zwei Millionen Jahren eine weiterentwickelte Menschheit oder Außerirdische unsere Fossilien ausgraben werden, was werden sie wohl über uns denken? Unsere Friedhofskultur wird ein wichtiger Anhaltspunkt sein.

Den Forschenden der Zukunft wird eines klar sein: Zum ersten mal in der Geschichte der Erde sind wir Menschen der größte Einflussfaktor auf die Natur geworden. Das hat ein Forscherteam in einer Metastudie, für die es ungefähr 200 paläologische und archäologische Studien ausgewertet hat, herausgefunden.

Ordentliche Knochenanreihungen

Für die Metastudie wurden vor allem Studien über Bestattungsmethoden, Viehhaltung und die Entstehung von Fossilien in den Fokus genommen. Ein Ergebnis war: Die zukünftigen Forscher werden sehr viele ordentlich nebeneinander gereihte Knochen finden - die Überreste unserer Friedhöfe. Interessant wird für die Forscher vermutlich auch sein, dass wir Haustiere zum Spaß besessen und auch diese ordentlich begraben haben.

Mehr Haus- und Nutztiere als Wildtiere

Dass wir diese Tiere nicht zum Überleben gebraucht haben, würden die schwachen Knochen von Haustieren zeigen, denen wir im Vergleich zu Rindern kaum Muskeln angezüchtet haben. In Bezug auf Nutztiere hat das Forschungsteam auch Aussagen über unsere Zeit treffen können: Wir haben bereits so viele Nutztiere gezüchtet, dass der Bestand den aller Wildtierarten bald übersteigen wird, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kathrin Sielker.

"Unsere Menschheit produziert zum ersten mal mehr Fossilien von sich selbst und von gezüchteten Tieren als es Wildtierknochen geben wird."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das klingt vor allem einleuchtend, wenn man sich überlegt, wie viele Hühner, Schafe, Kühe und Schweine eine Weltbevölkerung von 7,7 Milliarden Menschen hochzüchten kann.

Datenmüll wird nicht mehr lesbar sein

Natürlich wird aus unserem Zeitalter auch viel Müll und vor allem Datenmüll übrig bleiben. Dass die zukünftige Menschheit unsere Daten noch lesen werden kann, sei jedoch unwahrscheinlich. Wir können die Daten unserer Vorfahren ja auch nur in Teilen entziffern.