Zehn Millionen Menschen besuchen jedes Jahr deutsche Fachmessen: von Erotik über Waffen bis zu Nutztieren. Schräges Publikum? Oh ja. Den Bildbeweis liefert Jakob Schnetz. Der 23-Jährige fotografiert diese Parallelgesellschaften.

In Deutschland gibt es rund 170 überregionale Messen mit Produkten für alle Lebenslagen. Autos, Erotik, Elektronik, Waffen, Nutztiere, Bestattung, Spielwaren und so weiter. Zu den Messen kommen jedes Jahr schätzungsweise zehn Millionen Besucher.

"Das ist ein besonderer Reiz. Eine gesellschaftliche Verdichtung", sagt Jakob Schnetz über die Messen. Der 23-Jährige studiert Fotografie an der Hochschule Hannover und besucht viele dieser Messen, um das Skurrile einzufangen. "In diesen Messehallen finden sich Parallelwelten", so Jakob. Hier kommen Anbieter und Käufer auf wenigen Quadratmetern zusammen, die ein besonderes Interesse teilen.

Skurrile Fachmessen

Die Eurotier zum Beispiel ist eine Messe für sogenannte Tierhaltungs-Profis. "Da werden Maschinen präsentiert, mit denen Hühner zerschreddert und zu Schinkenwurst gepresst werden", erzählt Jakob. Dazwischen Menschen in Anzügen, die Geschäfte machen. Auch Waffenmessen haben ihren besonderen Reiz.

Das Skurrile und die Kontraste will Jakob mit seiner Kamera festhalten. Das tut er seit über zwei Jahren. Er fotografiert auf Messen für Erotikartikel, für Bestatter und eben auch auf Waffenmessen. Besonders bei diesen sei es schwierig zu fotografieren, sagt Jakob. Die Besucher seien misstrauisch und wenig begeistert, dass er mit seiner Kamera durch die Gänge läuft.

Die Messen sind aber nur ein Thema für Jakob, nicht sein Lebensthema. Noch ein paar Messen stehen auf seiner Liste, dann kommt etwas Neues.

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