Irgendwann geht uns das Öl aus und russisches Gas wollen wir nicht mehr als nötig importieren. Alternativ wird auch in Deutschland deswegen über Fracking diskutiert. Doch aktuelle Studien weisen auf potentielle Gesundheitsgefahren der Erdgasförderung hin.

Das Leben, wie wir es kennen, kann nur existieren, wenn die Hormone in unserem Körper in einem extrem fein abgestimmten System ihre Arbeit verrichten. Neue Studien aus den USA nähren jetzt den Verdacht, dass Fracking-Anlagen hormonell aktive Substanzen in die Umwelt pumpen, die das hochsensible Netzwerk durcheinander bringen können. Beim Fracking werden Wasser, Sand und chemische Zusätze in tiefergelegene Schiefergesteinsschichten gepumpt, um dort eingeschlossene Gasvorkommen fördern zu können.

Das Gemisch aus Gas und Chemikalien wird zurück an die Erdoberfläche gepumpt und dort voneinander getrennt. Wissenschaftler identifizierten 24 Substanzen des chemischen Restwassers und haben deren Auswirkungen auf den Hormonspiegel von Mäusen getestet. Darunter Bisphenol A und Benzol. Schwangere Mäuse haben die identifizierten Chemikalien in ihr Trinkwasser bekommen und wurden in der Folge dicker, der männliche Mäusenachwuchs wurde mit größeren Hoden, einem erhöhten Testosteron-Spiegel und weniger Spermien geboren.

Fracking-Bohrstellen sind gesundheitlich bedenklich

Die Studienergebnisse aus der Laboruntersuchung sind nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar. Allerdings sind die Autoren der Studie aus dem Fachblatt Endocrine Society durchaus der Meinung, dass Männer, die in Fracking-Regionen leben, mit der Beeinträchtigung ihrer Zeugungsfähigkeit rechnen müssten. Andere Studien kamen in letzter Zeit zu dem Schluss, dass Menschen, die relativ nah an Fracking Bohrstellen leben, ein höheres Risiko für komplizierte Schwangerschaften und auch für Frühgeburten haben und öfter mit Herzproblemen in ein Krankenhaus mussten.

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