Nach langem Streit hat ein Gericht beschlossen: Der Leichnam von Diktator Franco darf exhumiert und auf einem anderen Friedhof beerdigt werden. Francos Mausoleum ist bis heute Pilgerstätte für Rechtsextreme - und wurde von Opfern seiner Diktatur erbaut.

Spaniens Oberster Gerichtshof hat beschlossen, dass der frühere Diktator Francisco Franco umgebettet werden darf, auch gegen den Willen seiner Familie. Damit endet nach mehr als einem Jahr der Streit zwischen der Franco-Familie und dem spanischen Parlament. Seine sterblichen Überreste sollen auf einem kleineren Friedhof von El Pardo bei Madrid bestattet werden, wo bereits seine Ehefrau liegt.

"Dass der Diktator in seinem riesigen Mausoleum so zelebriert wird, dass das ein Aufmarschort für Nazis war, das war für viele wirklich viel zu viel."
Marc Dugge, Korrespondent für Spanien

Francisco Franco war Soldat, General, Politiker und schließlich: Diktator des Königreichs Spanien. Fast vier Jahrzehnte beherrschte Franco ab 1936 nach einem Putsch das Land. Mehrere hunderttausend Menschen ließ er exekutieren, 1,5 Millionen Häftlinge landeten in spanischen Konzentrationslagern. Ein Unrechtsregime.

Nach seinem Tod 1975 wandelte sich Spanien zu einer parlamentarischen Monarchie, bald gab es demokratische Wahlen. Und der tote Diktator wurde mit allen denkbaren Ehren beerdigt.

Francos Mausoleum ist Pilgerstätte von Rechtsextremen

Bisher liegen Francos Überreste im Valle de los Caídos, dem Tal der Gefallenen, einem großen Mausoleum in den Bergen von Madrid. Erbaut wurde es auch von 20.000 Gefangenen spanischer Konzentrationslager. Das Mausoleum sollte Franco über den Tod hinaus ein monumentales Denkmal sein.

Dort liegen bis heute die Opfer des Franco-Regimes, aber auch Anhänger und der Gründer der faschistischen Partei Spaniens, insgesamt mehr als 33.000 Gefallene des Spanischen Bürgerkriegs. Der tote Diktator selbst ist in der örtlichen Basilika bestattet. "Der Ort ist seit vielen Jahren eine Pilgerstätte von Rechtsextremen", erklärt unser Spanien-Korrespondent Marc Dugge.

Francos Familie hat angekündigt, in Berufung gehen zu wollen: Wenn der Diktator aus seinem Mausoleum raus muss, soll er im Familiengrab in der Almudena-Kathedrale beerdigt werden. Damit gebe es wieder einen Rechtsextremen-Pilgerort - mitten in Madrid.