Auf den Spanischen Bürgerkrieg folgt 1939 die Diktatur von General Franco. Bis heute sind ihre Spuren sichtbar – auch nach der ziemlich geräuschlosen Integration Spaniens in den Westen.

Am 1. April 1939 erklärt der Anführer der rechtsgerichteten Falange, General Francisco Franco, den Spanischen Bürgerkrieg für beendet. Mit deutscher Unterstützung ist es ihm in den drei Jahren Bürgerkrieg gelungen, die von den Internationalen Brigaden verteidigte spanische Republik zu stürzen und durch seine Diktatur zu ersetzen. 

Unter Faschisten

Aus dem fünf Monate später beginnenden Zweiten Weltkrieg hat Franco Spanien herausgehalten, obwohl er zu der Riege der europäischen Faschisten gehört, die seit Beginn der 30er Jahre in einigen europäischen Staaten die Regierungsgeschäfte übernommen hatten.

Spaniens Integration in den Westen

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es Franco, im Fahrwasser des Kalten Kriegs Spanien in den Kreis der westlichen Gemeinschaft zu führen. Nachdem 1948 die Tschechoslowakei durch einen Umsturz endgültig ins Lager des Ostblock integriert wurde, sollte Spanien auf jeden Fall dem westlichen Bündnis angehören. 

Sanktionen der Vereinten Nationen wurden aufgehoben, das Land bekommt dringend benötigte Kredite, um die Wirtschaft anzukurbeln. General Franco sorgt dafür, dass er zeitlebens Diktator bleibt und dass nach seinem Tod Juan Carlos König spanisches Staatsoberhaupt wurde.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Carlos Collado Seidel ist Biograph des Spanischen Diktators Franco und charakterisiert den Mann, der von 1939 bis 1975 Spanien regierte.
  • Stefanie Schüler-Springorum hat sich wissenschaftlich mit der Franco-Diktatur und dem Spanischen Bürgerkrieg beschäftigt.
  • Der ARD-Korrespondent Marc Dugge erläutert was von der Franco-Diktatur heute noch im modernen Spanien zu finden ist.
  • Deutschlandfunk Nova - Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die politische Lage Spaniens im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
  • Deutschlandfunk-Nova-Autor Martin Krinner blickt auf den Spanischen Bürgerkrieg zurück, der am Beginn der politischen Karriere General Francos stand.

Mehr zum Thema:

  • Spanischer Bürgerkrieg: Deutsche Bomben auf Guernica   |   April 1937, Spanischer Bürgerkrieg. Deutsche Kampfflieger bombardieren im Dienste General Francos die nordspanische Stadt Guernica. Hunderte Zivilisten verlieren ihr Leben, die Stadt wird fast vollständig in Schutt und Asche gelegt.
  • Franco-Regime in Spanien: Nach der Wahrheit graben  |   Obwohl Spaniens Diktator Francisco Franco schon seit 40 Jahren tot ist, herrscht immer noch ein unausgesprochener Pakt des Schweigens in der spanischen Bevölkerung. Der Roman "Blutorangen" von Verena Boos handelt von dieser Zeit.
  • Die 300.000 geraubten Babys Spaniens_ "Die Opfer werden alleine gelassen, die Täter geschützt"  |   Rund 300.000 Babys wurden in Spanien seit etwa 1939 bis in die 1990er Jahre ihren Eltern geraubt und verkauft. Bis heute suchen Opfer nach ihrer wahren Identität und nach ihren Angehörigen. Die Journalistin Margot Litten hat den Skandal jahrelang recherchiert.
  • Juan Carlos I.: Kein Mann für ein Königreich  |   König Juan Carlos I. von Spanien dankt ab und gibt der Monarchie in Spanien eine neue Chance - und zwar in Form von Kronprinz Felipe und Kronprinzessin Letizia. Die haben als künftiges Königspaar die Aufgabe, die traditionelle Monarchie in einem modernen Spanien zu bewahren.