Frank Ocean eierte herum - meine Güte. Erst kommt ewig nichts. Dann kommen zwei Alben - ohne Ankündigung. Ein Film, den aber nicht alle sehen können. Diese Guerilla-Taktik nervt. Nicht nur bei ihm.

Frank Ocean hat einen 45-minütigen Schwarz-Weiß-Film veröffentlicht. Unter anderem könnt ihr ihm dabei zuschauen, wie er in einer Lagerhalle eine Wendeltreppe zusammenzimmert. Aber noch viel wichtiger: Im Hintergrund laufen 18 neue Songs. Leider können das Video aber nur Leute sehen, die Mitglied bei Apple Music sind.

Alles ist im Voraus fein säuberlich geplant

So ähnlich hat das auch Beyonce mit ihrem neuen Album "Lemonade" gemacht. Erst gab es einen gleichnamigen Film auf dem US-Privatsender HBO zu sehen. Das Album gab es dann erst einmal nur exklusiv auf Tidal, dem Streamingdienst, den Beyonces Eheman Jay-Z gegründet hat.

Hinter diesen Guerilla-Aktionen steckt meistens ein gezieltes Marketing der Labels. Alles ist lange im Voraus geplant und auch die Streamingdienste mischen mit.

Radiohead ist dafür Vorreiter. Die Band hat damit angefangen, ihre Veröffentlichungen nicht mehr richtig anzukündigen und mit einer ungewöhnlichen Aktion herauszubringen.

Lieber Fan, zahl was du willst

Zum Beispiel konnte man sich ihr Album von 2007 im Netz nicht runterladen. Stattdessen rief Radiohead die Fans auf, sie sollen zahlen, was ihnen das Album wert ist. Das sorgte für reichlich Aufmerksamkeit. Super kreativ oder vielleicht war es auch nur eine Notlösung: Denn Radiohead hatten zu diesem Zeitpunkt keinen Plattenvertrag. Immerhin hatte sich die Band "Zahl-was-Du-Willst-fürs-Album" selbst ausgedacht.

Radiohead machten dann weiter. Vor der Veröffentlichung des aktuellen Albums "A Moon Shaped Pool" im Mai wurde die Webseite über Tage immer blasser, bis sie komplett weiß war. Zeitgleich löschte die Band alle ihre Einträge bei Twitter und Instagram. Und dann, als alle dachten, das Ende von Radiohead sei gekommen, hat die Band zwei neue Musikvideos gepostet. So schafft man Aufmerksamkeit.