Frankreich hat gewählt. Amtsinhaber Emmanuel Macron bleibt Präsident. Trotzdem gab es keine richtige Feierstimmung im Land.

Präsident Emmanuel Macron hat in Frankreich die Stichwahl gegen seine Herausforderin Marine Le Pen klar gewonnen. Nach vorläufigem amtlichen Endergebnis erreichte er rund 58 Prozent der Stimmen. Le Pen kam demnach auf 41 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung fiel mit 72 Prozent niedriger aus als bei der Wahl im Jahr 2017.

"Ich bin jetzt nicht mehr der Kandidat eines Lagers, sondern der Präsident aller."
Emmanuel Macron in einer Rede am Wahlabend

Bei seiner Siegesrede am Wahlabend wendete sich Macron auch direkt an die Wähler*innen von Le Pen und sagte, dass er nun der Präsident von allen sei. Er wolle eine neue Ära beginnen, mit anderen Methoden regieren und die Bürger*innen mehr einbeziehen, so Frankreichs Präsident weiter.

Extreme Rechte mit bislang bestem Ergebnis in Frankreich

"Ich weiß, dass viele meiner Landsleute mich gewählt haben, nicht um meine Ideen zu unterstützen, sondern um die extrem Rechte zu blockieren", sagte Macron. Denn auch wenn Le Pen die Wahl verloren hat, so hat sie mit 41 Prozent der Stimmen das bislang beste Ergebnis der extremen Rechten in Frankreich bislang eingefahren.

"Die Franzosen wollen eine starke Gegenmacht zu der von Emmanuel Macron."
Deutschlandfunk-Nova-Korrespondentin Christiane Kaess über die Stimmen für Le Pen

"Sie hat relativ schnell, nachdem die Ergebnisse bekannt geworden sind, gesagt, sie respektiere ihre Niederlage", sagt Deutschlandfunk-Nova-Korrespondentin Christiane Kaess. "Aber sie hat auch gesagt, dass dieses Ergebnis ein eklatanter Sieg ist, weil Millionen von Landsleuten das nationale Lager und den Wechsel gewählt hätten." Dieses Ergebnis belege das große Misstrauen des französischen Volkes gegenüber den französischen und europäischen Regierenden und die Sehnsucht nach einem Wandel, so ihre Einschätzung.

Le Pen versprach zudem, weiter politisch aktiv zu sein und kündigte im Hinblick auf die französische Parlamentswahl im Juni einen großen Kampf an. "Das wird auf alle Fälle spannend", sagt Christiane Kaess. "Macron bräuchte eine parlamentarische Mehrheit, um sein Programm umzusetzen. Wenn er die nicht bekommt, dann wird diese zweite Amtszeit schwieriger, als das sich jetzt ohnehin schon ankündigt."