Während der diesjährigen Weltmeisterschaft der Frauen hat der Fußball so viele Menschen begeistert wie nie. Gute Quoten, viel Aufmerksamkeit - jetzt müssen Bundesliga und DFB etwas dafür tun, dass die Bekanntheit der Spielerinnen steigt, sagt Podcasterin Ellen Hanisch.

Die Fußball-WM der Frauen hat in diesem Jahr so gute Quoten eingefahren, wie noch nie. Weltweit haben eine Milliarde Menschen zugeschaut - allein das Finalspiel ohne deutsche Beteiligung zwischen den USA und den Niederlanden hatte im deutschen Fernsehen einen Marktanteil von 28 Prozent.

USA verdient Weltmeister geworden

Das Finale war noch nicht einmal das Highlight von Ellen Hanisch. Die Journalistin, Bloggerin und Podcasterin beschäftigt sich mit Fußball und sagt, zu den besten Spielen dieser WM zählten für sie die Begegnungen Frankreich-USA und England-USA. Das seien Spiele auf Augenhöhe mit hohem Tempo gewesen. Für sie ginge es absolut in Ordnung, dass die US-Frauen am Ende Weltmeister geworden sind.

"Die USA haben mich überzeugt. Sie waren in jedem Spiel die bessere Mannschaft."

Das gesteigerte Interesse am Fußball der Frauen sei aber noch steigerbar, sagt Ellen Hanisch - in mehrfacher Hinsicht.

Wesentlich gehe es darum, wie man darüber spricht. Oft ist von "Frauenfußball", oder der "Fußball-WM der Frauen" die Rede. Vom "Männerfußball" redet dagegen niemand. Dieser Sprachgebrauch sei nicht mehr zeitgemäß, sagt Ellen Hanisch.

Schweden sei da schon einen Schritt weiter. Hier sei immer nur von der "Fußball-WM" gesprochen worden. Dort könne man mit jedem Taxifahrer ein Gespräch über die Fußballnationalmannschaft der Frauen anfangen, dort sei der Sport in der Gesellschaft etabliert.

DFB muss Vermarktungsmaschinerie anschmeissen

Ellen Hanisch geht aber davon aus, dass sich das Wording hier in Deutschland auch bald ändern wird. Dass der Sport eine größere Bekanntheit und Popularität erlangt, liege jetzt an der Bundesliga und am DFB, sagt die Journalistin.

"Der DFB muss jetzt die Liga professionalisieren und offensiv vermarkten, sodass jeder mitbekommt, wer in der Liga spielt, wann die Spiele stattfinden, wie die Frauen heißen."
Ellen Hanisch, Journalistin, Bloggerin, Podcasterin

Der Grundstein sei nach dieser WM gelegt. Die Aufmerksamkeit und das Interesse waren da. Aber damit die Namen der Spielerinnen genauso bekannt sind, wie die der Männer, müsse die Vermarktungsmaschinerie angeschmissen werden. Die Verantwortung könne nicht nur auf den Spielerinnen der Nationalmannschaft liegen, beton Ellen Hanisch. Das sei unfair.

Geld genug sei da. Der englische Fußballverband habe gezeigt, wie es geht. Das würde sich Ellen Hanisch auch für Deutschland wünschen. Die Frage ist nur, ob von Seiten des DFB ausreichend Interesse besteht.

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Einen weiteren Baustein sieht die Journalistin in der Medienberichterstattung. Fußball von Frauen könne nur dann mit Fußball von Männern gleichziehen, wenn er medial genauso stattfindet - sprich, wenn die Ergebnisse der Bundesliga in den Radionachrichten auftauchen.