Jeden Tag beteiligen wir uns an einem massenhaften Diebstahl: Vor allem auf Facebook, aber auch auf Youtube, gucken wir Videos, die ihrem Urheber gestohlen und neu hochgeladen worden sind. Freebooting nennt sich das und gilt als Pest für alle Video-Urheber.

Das Geschäftsmodell der Videopiraten sieht so aus: Der Täter geht auf eine erfolgreiche Youtube-Plattform, sucht sich ein Video mit vielen Views, lädt es sich herunter und dann wieder auf seinem eigenen Facebook-Account wieder hoch. So kassiert der Pirat dann Views und Geld für die Arbeit anderer Leute. Den Youtubern werden durch dieses Freebooting auf Facebook Millionen Klicks gestohlen.

"Es gibt sicherlich Leute, die denken sich nichts Böses dabei, aber es gibt viele Leute, die das Freebooting professionell machen."
Christoph Burseg, Youtube-Unternehmer

Bei jedem zweite Videoaufruf bei Facebook ist das der Fall. Das ist eine Schätzung, Facebook selbst bevorzugt es, zu dem Thema keine Aussage zu treffen. Bei Youtube ist die Situation entspannter. "Youtube hat massiv technisch aufgerüstet", sagt der Youtube-Unternehmer Christoph Burseg. "Der Anteil von Freebooting-Views ist kleiner als zehn Prozent."

Freebooting: Es geht ums Geld

Der Facebook-Konzern freut sich über jedes Video, das auf seiner Plattform hochgeladen wird. "Die Videos werden vielen Menschen gezeigt", erklärt Christoph Burseg. "Und mit vielen Fans und vielen Likes können dann in Zukunft Umsätze generiert werden." Youtube und Facebook versuchen die Videopiraterie mit Software-Tools zu bekämpfen, so Christoph Burseg, vor allem Facebook hänge da aber noch ziemlich hinterher.

"Ich kann mich nicht zurück lehnen und warten, dass Facebook auf meine Rechte achtet. Ich muss den ersten Schritt immer selbst machen."
Christoph Burseg, Youtube-Unternehmer

Uns Usern könnte das ziemlich egal sein, wir bekommen so oder so unser lustiges Katzenvideo zu sehen. Das Problem: Wenn die kreativen Menschen mir ihren eigenen Videos kein Geld mehr verdienen, werden sie letztlich irgendwann auch keine neuen Videos mehr machen können. Und wir gucken in die Röhre.

Stellen wir fest, dass ein Video gestohlen wurde - was oft gar nicht so leicht zu erkennen ist - sollten wir zumindest mit unseren Likes sparsam bleiben.