Zwei deutsche Interrail-Fans hatten die Idee: Die Europäische Union schenkt jedem EU-Bürger zum 18. Geburtstag ein Interrail-Ticket. Jetzt gibt es erst mal eine abgespeckte Version.

2,3 Milliarden Euro hätte es die Europäische Union gekostet, jedem EU-Bürger ein Interrail-Ticket zum 18. Geburtstag zu schenken. Im Vergleich: Die Landwirtschaft in der EU wird zum Beispiel pro Jahr mit um die 50 Milliarden Euro bezuschusst. 

Stattdessen hat die EU-Kommission beschlossen, in diesem Jahr ein wesentlich kleineres Projekt, das zweieinhalb Millionen Euro kosten soll, zu bewilligen. Jugendliche ab 16 Jahren können einen Zuschuss zu Reisekosten beantragen. 

7000 Jugendliche können Zuschuss erhalten

Dafür müssen sie allerdings einige Bedingungen erfüllen, um einen Betrag von bis zu 500 Euro zu erhalten. Damit könnten sie beispielsweise eine Klassenfahrt finanzieren. Ein Interrail-Ticket kostet beispielsweise 206 bis 500 Euro und ließe sich von diesem Zuschuss bezahlen.

Eine Hauptbedingung ist, dass sich die Jugendlichen auf einer Online-Schulplattform der EU bewerben. Weiterhin sollen die Jugendlichen möglichst umweltbewusst reisen. Geplant ist, dass maximal 7000 Jugendliche diesen Zuschuss erhalten.

"Natürlich sind wir enttäuscht, dass es nicht schon in diesem Jahr zu einem Pilotprojekt kommt in der Art, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber: Es tut sich wirklich viel in Brüssel, das Parlament ist da wirklich hinterher."
Vincent-Immanuel Herr hatte, gemeinsam mit Martin Speer, die Idee zum Interrail-Ticket für alle

All das bedeutet aber nicht, dass das ursprüngliche Projekt - dass Jugendliche zum 18. Geburtstag ein Interrail-Ticket geschenkt bekommen - jetzt ganz vom Tisch ist. Einer der Befürworter im EU-Parlament, der CSU-Politiker Manfred Weber, schreibt auf Twitter, dass das Ticket für alle 18-Jährigen auf der Tagesordnung bleibt und dass das Projekt 2018 starten soll. Viele EU-Parlamentarier finden die Idee nach wie vor gut.

Auch die ursprünglichen Ideengeber Vincent Immanuel Herr und Martin Speer von der Initiative FreeInterrail wollen dranbleiben und sich weiter für dieses Vorhaben einsetzen. Ihr Plan: Politischen Druck auszuüben gemeinsam mit NGOs, einer Petition und der Hilfe von EU-Parlamentariern. 

"Ich glaube, wenn wir am Ball bleiben, dann hat die Idee nach wie vor eine sehr, sehr gute Chance auf Umsetzung."
Vincent-Immanuel Herr hatte, gemeinsam mit Martin Speer, die Idee zum Interrail-Ticket für alle

Mehr über die Ursprungsidee FreeInterrail: