Als aufwendiges Hobby bezeichnen Gerrit Grotelüschen und Michael Beßmann ihre oft gefährlichen Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr. Egal, ob bei Überschwemmung oder Feuer, wenn der Piepser geht, sind sie zur Stelle.

Mit vollem Einsatz sind Gerrit und Michael bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bonn dabei. Michael ist vor 17 Jahren als aktives Mitglied bei der Feuerwehr in seiner Heimatstadt eingetreten - und das schon mit elf Jahren. Inzwischen studiert er in Köln Rettungsingenieurwesen. Gerrit kommt aus der Nähe von Oldenburg und studiert jetzt in Bonn Agrarwissenschaften.

"Ich komme vom Land, da gibt es nur eine Freiwillige Feuerwehr, nicht wie in Bonn eine Berufsfeuerwehr, mit der man sich die Arbeit teilen kann. Wir machen also alles selber."

Durch zeitaufwendige Feuerwehreinsätze, Dienste und Schulungen für Nachwuchskräfte bleibt nicht viel Zeit fürs Studium. Zurzeit sind die beiden aufgrund von Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen im Dauereinsatz. Nach anstrengenden Einsätzen ruhen sie sich oft nur drei Stunden lang aus, um dann Menschen in Not zu helfen.

"Ich bin mit 16 Jahren - weil wir keine Jugendfeuerwehr hatten - in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten, um nicht zur Bundeswehr zu müssen. Ich bin dann da hängengeblieben, weil es einfach ein geiles Hobby ist."

Gerrits Vater ist seit 28 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr. Oft ist er mit seinem Vater zu Veranstaltungen mitgefahren. Das kameradschaftliche Gefühl, das die Nothelfer verbindet, ist für ihn etwas Außergewöhnliches. Ein Aspekt, der auch Michael viel bedeutet.

"Man fährt morgens um vier Uhr raus und hilft Menschen in Not und dabei muss man sich voll aufeinander verlassen können."

Die freiwillige Tätigkeit ist anstrengend und kostet Zeit. Viel Zeit fürs Studium bleibt nicht. Aber auch wenn die Jungs mal feiern gehen wollen, müssen sie sich das vorher genau überlegen. Wer was trinkt, ist raus, wenn der Piepser geht. Denn angetrunken zum Einsatz zu fahren, ist selbstverständlich ein No-Go. Manche ihrer Kollegen gehen auch gar nicht mehr aus, um im Notfall immer mitfahren zu können. An Feiertagen wird ein Team für den Bereitschaftsdienst eingeteilt.

"Um Jugendliche auf die Freiwillige Feuerwehr vorzubereiten, üben wir den Feuerwehralltag, den Standard-Dreiteiligen-Löschangriff, wie es so schön heißt, und veranstalten Wettkämpfe."