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Freiwillige können für ein Jahr bei der Bundeswehr Aufgaben übernehmen – inklusive Grundausbildung an der Waffe. Die Bundeswehr spricht von der "Stärkung des Gemeinwohlgedankens".

Der Bundesfreiwilligendienst wird erweitert: Er bekommt ein militärisches Gegenstück. Heute fängt die Bundeswehr damit an, Freiwillige auszubilden. Der Name des neuen Programms: "Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz", kurz "FWD HSch". Nach außen hin versucht es die Bundeswehr mit dem Slogan "Dein Jahr für Deutschland".

Wer sich für diesen neuen Freiwilligendienst meldet, bekommt zunächst eine militärische Grundausbildung inklusive Training an der Waffe. Diese dauert sieben Monate. Darauf folgen insgesamt fünf weitere Monate Übungen und Einsätze auf Abruf verteilt auf sechs Jahre.

Keine Auslandseinsätze

Ein wichtiger Unterschied zu anderen Bundeswehrausbildungen ist: Wer sich zum Freiwilligendienst verpflichtet, macht keine Auslandseinsätze.

"Eine griffige Abkürzung für den Freiwilligendienst gibt es noch nicht. Die Bundeswehr probiert es mit 'FWD' oder ganz offiziell mit 'FWD HSch'."
Raphael Krämer, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Bundeswehr will mit dem neuen Dienst offenbar diejenigen erreichen, die sich entweder für den Bundesfreiwilligendienst interessieren oder sich vorstellen können, Dienst in der Bundeswehr zu leisten, aber nicht direkt richtige Soldatin oder richtiger Soldat werden wollen. ARD-Berlin-Korrespondent Kai Küstner interpretiert den neuen Dienst in etwa so, dass die Bundeswehr den "bewaffneten Sozialarbeiter" sucht, die oder der eine Mischung aus Kampf- und Hilfsbereitschaft mitbringt.

Im Werbevideo ist zum Beispiel zu sehen, wie Rekrutinnen und Rekruten mit Sturmgewehr im Anschlag durch Sträucher pirschen - und im nächsten Moment, wie sie Corona-Rachenabstriche nehmen. Nach Angaben der Bundeswehr werden die Freiwilligen wohl besonders im Objektschutz geschult.

Kritik von Wohltätigkeitsverbänden

Dass Soldaten als Wachleute eingesetzt werden, wünschen sich Befürworter und Befürworterinnen von Bundeswehreinsätzen im Inneren immer wieder. Auch könnten die Freiwilligen dem Engpass entgegenwirken, der gerade durch die Corona-Pandemie entsteht. Soldatinnen und Soldaten unterstützen zum Beispiel die Gesundheitsämter, sodass sie für ihre regulären Aufgaben fehlen.

Von Wohlfahrtsverbänden kommt Kritik an dem neuen Freiwilligendienst, zum Beispiel von der Caritas. Denn der neue Bundeswehr-Dienst könnte dem bestehenden Freiwilligendienst Konkurrenz machen. Nach Angaben der Bundeswehr soll es zurzeit 9000 Interessentinnen und Interessenten am freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz geben.