Frittenbude wurde mit dem Etikett Elektropunk versehen. Ihr neues Album "Küken des Orion" klingt eher nachdenklich. Der Vorwurf, sie seien ruhiger geworden lassen sie nicht gelten. Live geht es immer noch ab.

Seit neun Jahren machen Johannes Rögner, Jakob Häglsperger und Martin Steer zusammen Musik. 2008 haben sie ihr erstes Album Nachtigall herausgebracht. Live sind sie der Knaller: Sauberer Elektropunk! Es folgten 2010 Katzengold und 2012 Delfinarium. Dann Pause. Zumindest als Frittenbude, denn die drei waren in verschiedenen Projekten äußerst produktiv. Jetzt haben sie sich in der alten Formation zusammengetan und sich mit einem Drummer und einem Keyboarder Verstärkung geholt.

"Auch die alten Songs klingen jetzt teilweise noch härter, dadurch dass ein Schlagzeug dazu gekommen ist und das Ganze ein bisschen rockiger klingt, kriegt es noch eine krassere Wucht. Eigentlich klangen wir noch nie so hart live."
Jakob Häglsperger, Frittenbude

"Küken des Orions" kommt nachdenklicher daher, man kann auch Diskursrock dazu sagen – mit freundlicher Unterstützung von Dirk von Lowtzow. Die Texte pinnen auf den Vinylscheiben. "Das ist mir auch erst aufgefallen, als ich die Platte in der Hand hatte, dass da wirklich viel zu sagen war", sagt Johannes.

"Wir müssen uns jetzt immer anhören, dass wir immer ruhiger werden. Live ist es eher das Gegenteil."
Jakob Häglsperger, Frittenbude

Gerade jetzt äußern sich viele Prominente zur Flüchtlingsdebatte, eigentlich ein klassisches Thema der Frittenbude. Johannes findet es grundsätzlich richtig, wenn sich Prominente kritisch äußern und auf Probleme aufmerksam machen. Nur: "Manche Prominenten haben selber keine Ahnung und dann sagen die halt irgendwelchen Blödsinn", bedauert Johannes.