Familiäre Atmosphäre, marodes Stadion, kleines Budget: Der Bundesliga-Aufsteiger SV Darmstadt 98 ist anders als andere Vereine - aber mit zwei Aufstiegen in nur zwei Jahren verdammt erfolgreich.

In dieser Saison kehrt der SV Darmstadt 98 zurück in die erste Fußball-Bundesliga - nach 33 Jahren und einer zuletzt rasanten Aufholjagd: Von der dritten Liga bis hoch in die erste, zwei Aufstiege in zwei aufeinanderfolgenden Spielsaisons. Und das mit einem Budget, über das Meister FC Bayern nur müde lächelt: 17 Millionen beträgt der Marktwert des gesamten Darmstädter Kaders - im Vergleich zu mehr als 500 Millionen bei den Bayern.

Eigensinnig - aber erfolgreich

Der sportliche Erfolg sei zu einem großen Teil Trainer Dirk Schuster zu verdanken, sagt SV-Darmstadt-Geschäftsführer Michael Weilguny im Gespräch mit Schaum oder Haase. Stimmen, die sich darüber lustig machen, dass der SV Darmstadt ein Sammelbecken "gescheiterter" Spieler sei, seien für den Verein eher Ansporn, meint Michael Weilguny.

"Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet, deshalb greift unser Trainer oft auf Spieler zurück, die in ihrer Karriere mal nen Knick hatten. Was für uns wichtig ist, ist die Leistung hier beim SV."
Michael Weilguny, Geschäftsführer beim SV Darmstadt 98

Neben dem sportlichen Konzept - das zumindest in den vergangenen Jahren gut aufgegangen ist - ist auch die Atmosphäre beim SV Darmstadt besonders: "Wir sind ein sehr familiär aufgestellter Verein", erklärt Michael Weilguny - und so ist für das Scouting unter anderem auch der Vater von Trainer Dirk Schuster zuständig.

"Der SV Darmstadt 98 schafft das 3. Wunder - Klassenerhalt": Diese Schlagzeile wünscht sich Darmstadt-Geschäftsführer zum Ende der Bundesliga-Saison 2015/2016, bleibt dabei jedoch realistisch: "Wir sind die kleinste Maus hier in der Bundesliga, aber wir werden versuchen, die anderen zu ärgern."


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