Der RB Leipzig ist umstritten. Der Club wird massiv von Red Bull unterstützt: 100 Millionen Euro hat das Getränkeunternehmen in den Leipziger Verein gestopft. Seitdem gilt die Mannschaft als Retortenverein und spaltet die Fußballfans in zwei Lager.

Eigentlich heißt der Verein Rasenballsport Leipzig, aber jeder weiß, wofür das RB wirklich steht: Red Bull. Im Jahr 2009 ist der Getränkehersteller groß ins deutsche Fußball-Marketing eingestiegen, hat ein Vermögen in den alten SSC Markranstädt gesteckt und daraus den eigenen Club geformt. Im Vereinswappen sind die Logo-Bullen von Red Bull zu sehen, die Fußballer sind Abwehr- und Sturmbullen, das Maskottchen ist, natürlich, ein roter Bulle. Das Wort Rasenballsport taucht hingegen selten auf.

Das Ziel von RB Leipzig: Bundesliga

Nun ist RB Leipzig in die Zweite Bundesliga aufgestiegen, und das nächste Ziel ist klar: so schnell wie möglich in die Erste Liga durchmarschieren. Dabei will Red Bull den Verein so fest wie möglich in den Händen behalten, der Vorstand besteht aus Freunden vom Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz.

Laut Vereinsrecht soll es Kapitalanlegern eigentlich nicht möglich sein, die Stimmmehrheit in einem Verein zu übernehmen - derzeit gibt es aber kaum neue Vereinsmitglieder, die etwas daran ändern könnten. Beim RB Leipzig gab es seit 2009 keinen Mitgliedsantrag mehr. Ein Grund könnte der Mitgliedsbeitrag sein: 800 Euro pro Jahr plus 100 Euro Aufnahmegebühr. Kein anderer Verein ist so teuer.

"Das ist ein Verstoß gegen den Geist der DFB-Regeln. Formal juristisch ist es sehr schwer, dagegen anzukommen."
Philipp May, Sportjournalist