Nach 32 der 64 WM-Spiele ist eines schon klar: Die Nachspielzeiten sind im Schnitt mit vier oder fünf Minuten länger als in der Bundesliga. Und noch ein Zwischenstand: Es werden kaum Gelbe Karten gegeben. Für DRadio Wissen beobachtet Alex Feuerherdt von "Collinas Erben" die Weltmeisterschaft aus der Schiedsrichter-Perspektive.

USA gegen Portugal. Ein spannendes Spiel. Bis zur 81. Minute steht es 1:1, dann schießt Jermaine Jones die USA in Führung. Bis Spielende scheint die Mannschaft von Jürgen Klinsmann den Sieg sicher einzufahren. Dann kommt die Nachspielzeit: fünf lange Minuten. In letzter Sekunde gelingt Cristiano Ronaldo eine Flanke auf Silvestre Varela, der ins Tor köpft - Ausgleich!

Schiedsrichter müssen von Fall zu Fall entscheiden

Das ist nicht das erste Spiel, bei dem ein Schiedsrichter vier oder fünf Minuten nachspielen lässt. "Das ist im Schnitt doppelt so viel, wie in der Bundesliga", sagt Alex Feuerherdt von Collinas Erben. Die Nachspielzeit soll Spielzeit nachholen, die während des Matches durch Zeitschinden vergeudet wurde oder durch Spielunterbrechungen verloren gegangen ist. Die Regel sagt, dass verloren gegangene Spielzeit auf jeden Fall nachgespielt werden muss, erklärt Alex. Bei der vergeudeten Spielzeit entscheidet der Schiedsrichter von Fall zu Fall.

Zu wenig Gelbe Karten

Was außerdem bei dieser WM auffällt: Es werden wenig Gelbe Karten gegeben. Alex Feuerherdt erklärt, dass dies mit einer Fifa-Regel zusammenhängt, die besagt, dass der Schiedsrichter die erste Gelbe Karte so spät wie möglich zeigen soll.

"Ich bin insgesamt nicht so glücklich mit der Anweisung. Es kommt ja vor allem darauf an, dass man die erste Gelbe Karte rechtzeitig zeigt - ob das nun in der 5. oder 50. Minute ist."
Alex Feuerherdt von "Collinas Erben"

Die Schiedsrichter sorgen aber auch bei den Spielern für Ärger. Der Deutsche Felix Brych wurde kritisiert, weil er Russland einen vermeintlich berechtigten Elfmeter nicht gegeben hat. Und in der Partie Argentinien gegen Iran stand Milorad Mazic den Spielern regelrecht im Weg, ließ sich anschießen und verursachte so Ballverluste bei den Mannschaften. Alex Feuerherdt erklärt, dass der Schiedsrichter sich zwar auf Ballhöhe bewegen müsse, aber dabei nicht das Geschehen behindern dürfe.

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