Wenn Spieler lange Zeit ausfallen, müssen sie nicht gleich ihren Sportwagen in Zahlung geben. Wie sich Fußballer und Vereine gegen Verletzungen absichern.

Bevor die Bayern morgen den Papst besuchen, müssen sie heute Abend noch in der Champions League beim AS Rom ran. Das Spiel wird wieder mal ohne den spanischen Star Thiago angepfiffen. Der hat sich schon zum dritten Mal am Innenband im Knie verletzt und wird in Barcelona operiert. Bei Dortmund sind am Wochenende gleich drei Langzeitverletzte ins Team zurückgekehrt: Ilkay Gündogan (seit August 2013 verletzt), Marco Reus (seit Juli 2014 verletzt) und Henrich Mchitarjan (seit Mitte September verletzt).

Freie Arztwahl - auch für Kicker

Wer kümmert sich eigentlich um verletzte Spieler und dürfen sich die Stars selber aussuchen, bei wem sie sich behandeln lassen? Grundsätzlich gilt - auch Fußballprofis haben die freie Arztwahl, sagt Philipp May aus der Sportredaktion. Musterverträge für Fußballprofis, in denen steht, dass ein verletzter Spieler zuerst vom Vereinsarzt untersucht werden muss, hätten vor Gericht keinen Bestand.

Sportler haben aber auch das Recht, wegen falscher Behandlung zu klagen. So hat das zum Beispiel Handball-Nationalspieler Holger Glandorf gemacht, als er sich nach einer Kortisonspritze einen multiresistenten Keim einfing und anschließend mehrfach operiert werden musste. Letztendlich einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich.

Auch bei verletzten Fußballspielern wird sechs Wochen lang das volle Gehalt gezahlt, dann springt die Krankenkasse ein. Dazu kommt noch ein Verletztengeld von 6400 Euro pro Monat. Eine Absicherung, vor allem für die Spieler der unteren Ligen. Topstars, die sich in ganz anderen Gehaltsklassen bewegen, haben meist noch eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Für solche Policen werden schon mal 2000 bis 5000 Euro im Monat fällig. Bei den Topstars übernimmt diese Versicherung aber meist der Verein, erzählt Philipp May. Auch um konkurrenzfähig mit anderen attraktiven Ligen zu bleiben. So sind Vereine in Spanien tarifvertraglich verpflichtet, bei einer Verletzung das volle Gehalt weiterzuzahlen. Was Vereine gegen dieses Risiko unternehmen? Sie schließen eine Versicherung ab.