Brauchen Fußball-Millionäre eine Gewerkschaft? Die Frage liegt zwar auf den ersten Blick nahe, führt aber in die falsche Richtung, denn längst nicht alle Spieler sind mit Fußball reich geworden - sie müssen sich um Rente, Versicherung oder einen ganz neuen Job kümmern. Dabei hilft ihnen die Spielergewerkschaft VDV.

Streik? "Ist bisher noch nicht passiert. Hoffentlich kommt es nicht dazu", sagt Carsten Ramelow, der Vize-Vorsitzende der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) und ehemaliger Nationalspieler. Zusammen mit anderen bekannten Fußballern wie Peer Mertesacker oder Simon Rolfes engagiert sich Ramelow für die Rechte und die Arbeitsbedingungen von Fußballern. 1300 Mitglieder hat die Organisation, sie stammen aus der Bundesliga, aber auch Profifußballer aus der dritten Liga sind hier vertreten.

"Fußball ist mehr als Geld verdienen."
Carsten Ramelow, Vize-Vorsitzender der Spielergewerkschaft

Gerade für junge Spieler sei die Gewerkschaft wichtig, findet Ramelow. Vor allem zur Orientierung. Themenfelder sind unter anderem "Karriereplanung, Rechtsberatung, Vorsorge. Medizin, Anti-Doping und Psychologie". Wie bei einer ganz normalen Gewerkschaft eben.

Hilfe für arbeitslose Fußballer

Auch um arbeitslose Spieler wird sich gekümmert: Für "Vereinslose Profis", die zum Saisonbeginn noch keinen Vertrag haben, findet zwischen Juni und September ein Trainigscamp statt. Die Spieler, so Ramelow, finden zu 80 Prozent wieder einen Verein. "Manchen Spielern müssen wir sagen: Pass auf, es ist besser, wenn Du Dich anders orientierst." Und auch beim Einstieg in einen anderen Beruf hilft die Gewerkschaft.