Vor fünf Jahren sind die NSU-Terroristen Böhnhardt und Mundlos tot aufgefunden worden. Die Kanzlerin versprach danach Aufklärung. ZDF-Journalist Ulrich Stoll sagt: Die hat es bis heute nicht gegeben.

Am 4. November 2011 wurden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tot in ihrem Wohnmobil aufgefunden - also ziemlich genau vor fünf Jahren. Es ist zwar klar, dass sie und andere für Morde in ganz Deutschland verantwortlich sind, aber viele Fragen sind noch offen - zum Beispiel die, ob die Mord vielleicht hätten verhindert werden können. Kanzlerin Angela Merkel versprach danach: Es wird alles aufgeklärt. Doch Ihr Versprechen ist bis heute nicht eingelöst.

"Die Aufklärung scheint nicht sehr gewünscht zu sein."
Ulrich Stoll, ZDF - Frontal 21

Der Journalist Ulrich Stoll, der für die Sendung "Frontal 21" zum Thema recherchiert hat, stellt dem Verfassungsschutz ein schlechtes Zeugnis aus. Denn: Verfassungsschutz-Mitarbeiter haben bewusst Akten vernichtet, die zur Aufklärung beitragen könnten. Andere haben in Untersuchungsausschüssen gelogen. Wieder andere sind nie zur Anhörungen erschienen. "Beim Verfassungsschutz herrscht ein erstaunlich hoher Krankenstand", sagt Ulrich Stoll.

Nach seinen Recherchen ist Stoll überzeugt: V-Leute wussten vom NSU, waren im Umfeld unterwegs. "Sie müssen das mitbekommen haben." Ein V-Mann wusste zum Beispiel, dass Böhnhardt, Mundlos und andere Waffen gesucht haben.

"Mich hat am meisten empört, dass die Bundesanwaltschaft den Verfassungsschutz deckt."
Ulrich Stoll, ZDF - Frontal 21

Doch am meisten empört Stoll die Bundesanwaltschaft, die eigentlich für die Aufklärung verantwortlich ist. Sie hat den Verfassungsschutz-Mitarbeiter verhört, der wichtige Akten zum Thema geschreddert hat. Heute weiß man, dass die Akten wohl bewusst und mit Absicht vernichtet worden sind. Das Problem: Die Bundesanwaltschaft verhindert, dass diese Person von anderen vernommen wird.