Joseph Heß hat den Rhein auf der Strecke von Basel nach Rotterdam durchschwommen. Er möchte wissen, wie es um die Wasserqualität des Flusses bestellt ist.

Bis die Ergebnisse der Proben aus dem Labor zurückkommen, dauert es noch ein paar Tage. Doch Joseph Heß meint schon jetzt, dass das Wasser des Rheins gar nicht so dreckig sein kann, wie oft behauptet wird.

"Viele Trübungen des Rheinwassers sind kein Schmutz, sondern zum Teil natürliche Schwebestoffe. Die sind gut für das Ökosystem."
Joseph Heß, Langstreckenschwimmer und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Chemnitz

Denn nachdem über einen Zeitraum von 25 Tagen jeden Tag bis zu zehn Stunden in dem Fluss war, hat der wissenschaftliche Mitarbeiter der Technischen Uni Chemnitz keine größeren Schäden wie Hautausschlag davongetragen.

Tour mit Planung und Begleitung

Seine Beobachtungen zur Wasserqualität konnten ihm einzelne lokale Organisationen, die sich für die Wasserqualität des insgesamt 1.231 Kilometer langen Stroms einsetzen, bestätigen.

Dass das Schwimmen im Rhein sehr gefährlich sein kann, ist Joseph Heß bewusst. Deswegen sensibilisiert er Menschen dafür, nicht in dem Fluss zu schwimmen. Er selbst habe mehr als ein Jahr an einem Konzept mit Sicherheitsbehörden gearbeitet und stets eine persönliche Schutzausrüstung verwendet.

An seiner Seite waren immer ein Kajak und ein Begleitmotorboot, sodass er im schlimmsten Fall hätte gerettet werden können. Praktisch jeden Tag ging es für den Wissenschaftler unmittelbar nach dem Frühstück ins Wasser, wo er dann zwischen zehn und zwölf Stunden am Tag schwamm – mindestens aber acht.

Gerade zum Ende hin sei das ein Kraftakt gewesen. Im Laufe der Zeit hätten sich haufenweise kleine Wunden angesammelt und kurz vor dem Ziel merkte Joseph Heß, dass seine Schultern ganz schön müde waren.