Wer braucht noch Festnetz? Handy reicht doch - solange es Empfang gibt. In Eisenschmitt in der Eifel gibt’s nicht mal einen Balken im Display. Wir haben unsere Reporterin und Handyjunkie Lena Breuer dorthin geschickt.

DRadio-Wissen-Reporterin Lena Breuer ist sehr gerne und immer erreichbar - keine Abschalterin. Auf dem Weg in das Dorf ohne Handyempfang fuhr die Angst mit. Schon bei der Fahrt ins Tal schockte die Realität: zack, kein Mobilnetz verfügbar. 320 Menschen leben in Eisenschmitt. In den Ferien kommen noch mal 30 Gäste hinzu. Im Ort gibt es mehrere leer stehende Häuser, eine dauerhaft geschlossene Kneipe und einen aufgegebenen Supermarkt. Schnell wird klar: Das Dorf existiert bald nicht mehr.

"Ich merke schnell, das Dorf hat ein Problem: Es existiert bald nicht mehr."
DRadio-Wissen-Reporterin Lena Breuer

Hier klimpert kein Handy und stört die Erholung, dachte sich Georg Fritzsche lange Zeit. Der ehrenamtliche Bürgermeister von Eisenschmitt musste seine Meinung ändern. Diese Kehrtwende ist fünf Jahre her. Heute ist ihm klar: Eisenschmitt stirbt, weil es keinen Handyempfang gibt. Ein Arzt zog schon weg, weil er für seine Patienten erreichbar sein musste. Eltern ziehen weg, weil der Kindergarten eine Handynummer verlangt, unter der sie erreichbar sind. Im ortsansässigen Viersternehotel sind auch schon Gäste wieder abgereist, weil sie keinen Empfang hatten.

Niemand will nach Eisenschmitt

Vodafon, Telekom und O2 teilen sich das Handynetz in Deutschland. Eines der Unternehmen müsste für das Dorf einen Mast aufstellen, um Eisenschmitt anzuschalten. Theoretisch kein Problem, wirtschaftlich aber uninteressant. Seitdem Georg Fritzsche das Thema aber öffentlich macht, gibt es leise positive Signale, die nach Eisenschmitt durchklingen.

Für manche Menschen ist Abschalten großer Luxus - weil sie wieder anschalten können. Für die Eisenschmitter hoffen wir, dass es klappt mit dem Mast.

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