Jérôme Boateng hat es in der Wade. Das ideale Gegenmittel hat Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in seinem Köfferchen. Unter anderem Actovegin, ein Stoff, der aus Kälberblut gewonnen wird. Ist das noch Medizin oder schon Doping? Wir fragen Götz Welsch, Mannschaftsarzt des HSV.

Den Wirkstoff Actovegin, der aus Kälberblut gewonnen wird und den Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt, Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft, Jérôme Boateng verabreicht hat, kennt Götz Welsch. "Es wird lokal angewendet, mit einer Spritze in den Muskel. In dieser Anwendungsart ist es auch erlaubt. Es fördert den Heilungsprozess und die Versorgung mit Nährstoffen." Das Ziel: Die dauerhafte Heilung verletzten Gewebes. Götz Welsch möchte Actovegin darum nicht verteufeln - wenn es denn zur Heilung dient.

Der Blick ins Köfferchen

Jeder Mannschaftsarzt hat in seinem Köfferchen am Spielfeldrand zudem Tools, die er braucht, um Wunden zu versorgen, sagt Götz Welsch: Eisspray, einen Tacker um Platzwunden zu tackern, Nadel und Faden. Außerdem hat der Mannschaftsarzt noch Medikamente dabei: Kopfschmerztabletten, Halstabletten. Wenn ein Spieler Schmerzen hat, bekommt der schon mal eine Ibuprofen auf dem Platz verabreicht.

Zusätzlich steht am Spielfeldrand noch ein Physiotherapeut, der eine eigene Box zur Erstversorgung dabei hat, erzählt Götz Welsch. "Da ist Eis drin, Franzbranntwein, Öle, Wärmesalbe." Alles dient dazu die Muskulatur zu lockern.

Bei der Verabreichung von Medikamenten auf dem Platz müssen Spieler, Trainer und Ärzte immer abwägen: Wie viel geht noch? Oder ist die Verletzungsgefahr zu groß und der Spieler muss ausgewechselt werden?

"Es kommt in fast jedem Spiel vor, dass ein Spieler eine Schmerztablette nimmt. Der Klassiker ist, er hat einen Schlag bekommen am Oberschenkel und dass man sich da ne Schmerztablette einwirft."
Götz Welsch, Mannschaftsarzt des HSV, über die Erstversorgung von Spielern auf dem Platz