Ferrero bringt zur EM eine Sonderedition der Kinderschokolade raus. Darauf zu sehen: Kinderfotos unserer Nationalspieler unter anderem von Ilkay Gündogan und Jérôme Boateng. Pegida-Anhänger verstehen das nicht. Was folgt? Zuerst ein Shitstorm, dann #cutesolidarity.

Eigentlich eine schöne Idee: Ferrero zeigt auf den Verpackungen der Kinderschokolade die Gesichter einiger Nationalspieler - darunter auch Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan.

Für ein paar Pegida-Anhänger in der Facebookgruppe Pegida BW Bodensee war das offenbar zu viel des Guten. Sie fragen in einem Facebookpost, der mittlerweile nicht mehr zu sehen ist, den ihr aber hier als Screenshot sehen könnt: "Vor Nichts wird Halt gemacht. Gibts die echt so zu kaufen? oder ist das ein Scherz?"

Die Pegida-Anhänger waren wohl davon überfordert, dass auf der Kinderschokolade-Verpackung nicht mehr ein pausbäckiges, blondes und blauäugiges Kind zu sehen ist, sondern das Bild eines Schwarzen, Jérôme Boateng, oder das Bild eines türkischstämmigen Jungen, Ilkay Gündogan.

Ferrero distanzierte sich daraufhin in einem Post von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Der Pegida-Post ist mittlerweile nicht mehr aufrufbar. Das Netz wäre aber nicht das Netz, wenn es sich damit zufrieden geben würde. Als erstes folgte ein Shitstorm. Das Ziel: Lustig gephotoshoppte Bilder zeigten Kinderschokolade für Rassisten - zum Beispiel mit einem Kinderbild Adolf Hitlers.

Ein anderer User rief die "Hitler Sport - Rassisnus" ins Leben.

Und das Fußballmagazin 11 Freunde zeigte einfach allen Rassisten den Stinkefinger - mithilfe von Stefan Effenberg.

#cutesolidarity: Das Netz mit Cuteness fluten - gegen Rassisten

Doch es blieb nicht nur bei diesen Reaktionen: Zurzeit trendet bei Twitter #cutesolidarity - ins Leben gerufen von einem Reporter des Zeit Magazin, Mohamed Amjahid. Die Idee hatte er spontan im Zug, als er gelesen hat, dass "sich ein paar Idioten über diese eigentlich ganz süßen Bilder auf der Schokoladenpackung aufregen. Dann habe ich mich erinnert, dass ich ja eigentlich so ein ganz süßer Junge irgendwann mal war und hab das gepostet. Dann hat jemand geantwortet mit einem anderen Babyfoto."

"Dann habe ich mir gedacht, dass man das als kleinen Hashtag etablieren könnte. Und aus nem kleinen Hashtag ist dann schnell ne große Sache geworden. Was mich total freut."
Mohamed Amjahid über #cutesolidarity

Mit diesem Bild von sich hat Mohamed #cutesolidarity ins Leben gerufen.

Noch mehr Cutepower!

Seit Mohamed Amjahid den Hashtag ins Leben gerufen hat, explodiert sein Twitterkanal förmlich. Das Ziel: "Break the Internet" - und das ausnahmsweise mal nicht mit Nacktfotos von Kim Kardashian. Mohamed setzt dabei voll auf den Cuteness-Faktor, weil "wir mit Hetze und Hass einfach nicht weiterkommen". Er möchte damit an die Herzen der AfD- oder FPÖ-Wähler appellieren, die diese Parteien aus Protest und nicht aus Überzeugung wählen.

"Das spricht viele Leute an, mit Hetze und Hass kommen wir nicht weiter. Es gibt Leute, die wählen AfD oder FPÖ, mit denen kann man noch reden. Ich möchte da an die Herzen appellieren und mit ganz süßen Babyfotos zeigen, dass wir alle zu Deutschland gehören."
Mohamed Amjahid über #cutesolidarity

Und So sieht #cutesolidarity aus:

Spiegel-Korrespondent Haznain Kazim teilte dieses Bild:

Die Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski postete dieses Bild.

Und Filippo Cataldo weist neben seinem Kinderfoto nochmal darauf hin, dass Kinderschokolade ein italienisches Produkt ist.