Männer können nicht verstehen, dass Frauen Bücher in die Hand nehmen, die vom Essen handeln - und das auch noch hocherotisch finden. Und die Männer? Deren Begierden haben durchaus auch etwas mit Nahrungsaufnahme zu tun. 

Die Expertin für erotische Frauenliteratur, Jasmin Parapatits, spricht von einer großen Welle des Erfolgs, die Autorinnen mit dieser Thematik herbeiführen konnten. Aber eben nur bei Frauen. "Männer lesen das nicht!", garantiert die Literaturwissenschaftlerin.

Dabei ist es nicht nur die Literatur, die Frauen befriedigt. Auch andere Gattungen stoßen damit ins tiefe wahre Ich des weiblichen Geschlechts vor. Beweis: der Kinofilm "Eat Pray Love" aus dem Jahr 2011. 

"I am in love. I'm having a relationship with my pizza!"
Julia Roberts in "Eat Pray Love"

Und die Männer? Deren Begierden haben durchaus auch etwas mit Nahrungsaufnahme zu tun. Wenn auch nur als Randerscheinung. Schon vor Jahrhunderten sind gerade junge Mütter anschaffen gegangen. Schließlich hatten sie den Männern was "ganz Spezielles" zu bieten:

"Und es war ein großer Renner in Freudenhäusern: Frauen, die noch Milch in der Brust hatten, damit die Männer daran nuckeln können."

Jetzt mal grundsätzlich: Bei beiden Geschlechtern kommt erst das große Fressen, dann die Moral. Davon ist der Arzt und Chronomediziner Alfred Lohninger zutiefst überzeugt. Die westliche Gier nach ständiger Nahrungsaufnahme sei in Worten kaum mehr auszudrücken: 

"Es ist ein pausenloses Snacking, und wir wissen, dass das furchtbar teuflisch ist für unsere Gesundheit. Dieses permanente Zuführen von Nahrung ist ein metabolischer Overload."

Das alles gehe schon im Mutterleib los und ende erst nach dem Tod. Wenn heutzutage Föten Fruchtwasser mit einem erhöhten Zuckeranteil zugeführt werde, nähmen sie diese Nahrung viel lieber auf - so Lohninger.

Und nach dem Tod? Dann stopften sich sogar noch die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen beim Leichenschmaus die Mägen voll.

Die Vorträge stammen vom Medicinicum im österreichischen Lech am Arlberg.

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