Fußball

Ute Groth will DFB-Präsidentin werden

Ute Groth arbeitet als Architektin und ist Vorsitzende des Sportvereins DJK Tusa 06. Die Düsseldorferin arbeitet als Fußball-Funktionärin an der Basis, will jetzt aber hoch hinaus, um etwas zu verändern: Sie bewirbt sich um den Posten der DFB-Präsidentin.

Ute Groth geht es gar nicht so sehr darum, dass eine Frau den Vorsitz des DFB übernimmt. Sie möchte vielmehr erreichen, dass ein Umdenken an der DFB-Spitze stattfindet. Und sie will die Amateurclubs und den Frauenfußball stärken. Auch wenn im Frauenfußball die Mitgliederzahlen steigen, findet Ute Groth, dass er nicht ausreichend gefördert wird.

"Dieses äußere Erscheinungsbild ist so grottenschlecht, die müssen sich Gedanken machen. In dem Moment, wo jetzt einer von außen sagt, guckt mal über den Tellerrand – und das vielleicht ganz viele andere auch tun – muss da ein Umdenken geschehen. Die können nicht so weitermachen wie bisher."
Ute Groth, Bewerberin um den Vorsitz des DFB

Der DFB hat vergangenes Jahr über 320 Millionen Euro Umsatz gemacht. Ute Groth sagt, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit des DFB "nach unten lenken" will, damit mehr von den 24 bis 25.000 Sportvereinen, die zum Verband gehören, von der Aufmerksamkeit und den Umsätzen profitieren könnten. Konkret wünscht sich die Bewerberin um den DFB-Vorsitz, dass das Geld in Zukunft etwas gerechter verteilt wird. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass weniger Geld in Kampagnen gesteckt wird, die die Herren-Nationalmannschaft promoten sollen. Und damit mehr Geld übrig bleibt, um beispielsweise marode Vereinsheime regionaler Clubs zu sanieren.

Ute Groth: DFB-Präsident hat eine Vorbildfunktion

Ute Groth will sich als DFB-Präsidentin auch gegen Rassismus einsetzen. Ihrer Meinung nach erfüllt der Posten gleichzeitig auch eine Vorbildfunktion. Sie bleibt allerdings auch realistisch, wenn es um ihre Bewerbung geht und rechnet sich eine 40-prozentige Chance aus.

Ob überhaupt Möglichkeit besteht, dass sie auf die offizielle Kandidatenliste für den Posten kommt, ist allerdings fraglich. Das Regelwerk des DFB sieht vor, dass nur Personen als Bewerber anerkannt werden, die von offiziellen DFB-Organen vorgeschlagen werden, sagt unser Reporter Dominik Peters. Ein Unternehmen für Personalberatung soll dem DFB nun dabei helfen, in den nächsten zwei Monaten eine Kandidatin oder einen Kandidaten für das Amt zu nominieren. Die Wahl erfolgt dann im September.

"Ute Groth sagt, Fußball ist mehr als dieses Milliardenbusiness, das wir jedes Wochenende beim Herrenfußball in den Bundesliga-Stadien sehen, wo es um die große Show geht, viel Geld und steigende Umsätze."
Dominik Peters, Deutschlandfunk Nova