Nicht jeder, der Profifußballer war, kann sich nach der Karriere auf die faule Haut legen und das pure Leben genießen. Die allermeisten müssen sich für ihren Lebensabend noch einmal ganz neu orientieren und von vorne anfangen.

DRadio-Wissen-Hörer und Fußballweltmeister Benedikt Höwedes vom FC Schalke 04 hat auch schon darüber nachgedacht, was er mit seinem Leben anfangen soll, wenn das letzte Spiel abgepfiffen ist.

Aktuell kämpft er im Training nach monatelanger Verletzung um einen Platz in der Startelf seiner Mannschaft. Mit 28 Jahren gehört er zwar noch nicht zum alten Eisen, aber die Zukunft nach der Profikarriere rückt dann doch immer schneller näher.

Jeder Fußballer hofft darauf, entdeckt zu werden

In Deutschland gelten alle Fußballer, die in einer der drei ersten Ligen oder der Regionalliga spielen, als Profis. Klar, dass nur die wenigsten Spieler der richtigen Top-Klubs für Millionengehälter auf den Platz gehen.

Viele Spieler aus unteren Fußball-Ligen setzen alles darauf, irgendwann entdeckt zu werden und es nach ganz oben zu schaffen. Über ein Leben nach dem Profisport denken viele nicht allzu intensiv nach. Wenn das Kickergehalt dann doch irgendwann nicht mehr reicht, tun sich viele ziemlich schwer mit einem normalen Berufsleben.

So wie Nico Patschinski, der unter anderem von 2000-2003 beim FC St. Pauli gespielt hat. Heute kickt er immer noch, kann aber nicht mehr davon leben, arbeitete zusätzlich als Paketzusteller und ist heute Fahrer von Leichenwagen.

"Ganz bitter kann es bei Spielern der dritten oder vierten Liga werden, die für 1.800 Euro im Monat unterwegs sind. Wer dann am Karriereende ohne Plan B dasteht, aber trotzdem seine Miete zahlen muss, der hat dann plötzlich enormen Druck und Existenzsorgen.“
Ulf Baranowsky ist Pressesprecher der Spielergewerkschaft VDV

In solchen Fällen hilft zum Beispiel die Vereinigung Deutscher Vertragsfußballspieler und kümmert sich um eine Eingliederung der ehemaligen Profifußballer in das normale Arbeitsleben. Denn eine Weiterbeschäftigung im Profifußball als Trainer oder Manager ist sehr unwahrscheinlich.

Probleme mit dem Einstieg in die für uns alltägliche Arbeitswelt haben aber auch die, die zum Beispiel mit Anfang 20 parallel zum Sport eine Ausbildung abgeschlossen haben. Denn wer zehn Jahre nicht in seinem Beruf gearbeitet hat, fängt meisten wieder bei null an.

Vereine kümmern sich um junge Talente

Manche Profivereine zeigen mittlerweile mehr Engagement, wenn es um junge, talentierte Spieler geht. Schalke 04 zum Beispiel arbeitet mit der Gesamtschule Berger-Feld zusammen.

Am Training dürfen daher nur diejenigen teilnehmen, die in der Schule auch entsprechend gute Noten mit nach Hause bringen. Außerdem sollen die Jungspieler mal ein Praktikum absolviert haben, um eine Idee davon zu bekommen, was je nach Verlauf der eigenen Karriere außerdem interessant sein könnte.

Da Frauen grundsätzlich weniger Geld im Profisport verdienen, läuft die Zweitkarriere oft schon nebenbei. Entweder als Studium oder als Ausbildung, denn die Frauen sind sich von vornherein bewusst darüber, dass Fußball nur ein Lebensabschnitt ist.

"Ich würde sie einfach als intelligenter bezeichnen an der Stelle. Als Frau hat man ja vielleicht auch noch andere Pläne und wenn dann noch der Kinderwunsch dazu kommt, steht der Fußball sowieso irgendwann hinten an und was mach ich dann?“
Linda Peckhaus leitet die Geschäftsstelle Frauenfußball bei Bayer 04 Leverkusen

Der Verein Bayer 04 Leverkusen hilft Spielerinnen zum Beispiel dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden, bei dem sich Sport und Beruf vereinen lassen. Angeboten werden zum Beispiel auch Coachings in Sachen Zeitmanagement, die helfen sollen, den durchaus komplexen Alltag schneller und besser zu organisieren.

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