Beim G20-Gipfel im australischen Brisbane gab es durchaus sympathisch-mediale Momente. Russlands Präsident Putin mit süßem Koala auf dem Arm - Kanzlerin Merkel mit Selfie von einem Kneipenbesuch. Ein hip inszenierter Gipfel - auf dem die G20-Staatenlenker aber im Wesentlichen über Wirtschaft gesprochen haben. Rausgekommen ist etwas heiße Luft, aber auch viel Richtungsweisendes.

DRadio-Wissen-Reporter Benjamin Hammer in Brisbane hat das Treffen der G20 Staats- und Regierungschefs begleitet und ein Auge auf die wichtigen Themen gehabt. Kritisch sieht er den Beschluss, die weltweite Wirtschaft bis 2018 um 2,1 Prozent zu steigern. Das schreibt sich Australien zum Abschluss des Gipfels zwar gerne auf die Fahne - sozusagen als Vorzeige-Ergebnis des Treffens - es bleibt aber die Frage, wie das politisch umgesetzt werden kann.

"Politik kann Wirtschaft gar nicht auf den Prozentpunkt steuern. Und sanktionieren kann man als Land ja gar nicht.“
Benjamin Hammer über den G20-Gipfel

Positiv: Bankenregulierung, Unternehmensbesteuerung und Frauenquote

Es gab auch eine Reihe von Punkten, die Benjamin Hammer für richtungsweisend hält: Die geplante Bankenregulierung zum Beispiel. Die Politiker der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wollen in Zukunft verhindern, dass die Steuerzahler für das schlechte Wirtschaften der Banken aufkommen müssen. Deshalb mehr Regulierung. Zumindest bei den großen Geldhäusern weltweit. Darunter zählt auch die Deutsche Bank.

Außerdem sollen die Steuertricksereien der großen Unternehmen aufhören. Heißt: in Zukunft sollen weltweit operierende Firmen wie Apple oder Starbucks nicht mehr einfach nach Luxemburg abhauen können und da nur einen Mini-Satz an Steuern zahlen, sondern sie sollen ihr Geld da versteuern, wo sie es auch erwirtschaften.

"Das Bekenntnis, die Unternehmen besser zu besteuern, kam unisono. Auch von Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker, der ja aus Luxemburg kommt. Das fand ich ganz lustig, dass er sich dafür eingesetzt hat.“
Benjamin Hammer für DRadio Wissen in Brisbane

Und einen dritten Punkt fand unser Reporter auch wichtig: der Anteil der Frauen in der arbeitenden Bevölkerung soll erhöht werden. Fragwürdig fand er hingegen die Zeitvorgabe. Bis 2025. Etwas schwammig.

Hippe Merkel & sympathischer Putin?

Neben all den wichtigen Gesprächen hatten einige Politiker aber auch ein bisschen Zeit für Inszenierung. Russlands Präsident Putin zum Beispiel. Ihm bleibt fürs Fotoalbum ein Bild, auf dem er einen Koalabären auf dem Arm hat. Das einzige Mal während des Gipfels, dass Putin lächelt.

Auch andere Politiker setzten auf den Süß-Faktor und nahmen den Koala auf den Arm. Ein bisschen Sympathie-Marketing. Warum nicht? Schließlich sind wir in Australien.

Eine Slideshow der süßesten Staatschef-Koala-Knuddel-Fotos

Kanzlern Merkel setzte in Australien ganz auf Hip- und Cool-Faktor. Bei einem Kneipenbesuch ließ sie ein Selfie mit sich machen und sammelt dafür jetzt weltweit Sympathiepunkte.