Der G7-Gipfel in Kanada startet und niemals zuvor in seiner Geschichte war er so gespalten und zerstritten. Die Zeichen stehen auf Konfrontation. US-Präsident Donald Trump kündigt im Vorfeld schon die vorzeitige Abreise an. "Das wäre ein offener Affront", so unser Korrespondent Thilo Kößler. Heftige Worte kamen auch vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Die Lage vor dem G7-Gipfel im kanadischen Manoir Richelieu ist äußerst angespannt: "Die Zeichen stehen absolut auf Konfrontation", sagt Thilo Kößler, unser Korrespondent vor Ort. Auf der einen Seite stehe Donald Trump mit seinem Konzept "America first" und der Rückkehr zum Protektionismus. Auf der anderen Seite stehen die Europäer und Japan für den freien Welthandel und ein regelbasiertes System. 

"Niemals in seiner seiner Geschichte, war der Gipfel so gespalten und zerstritten."
Thilo Kößler, Korrespondent beim G7-Gipfel

Unter Umständen drohe sogar ein Gipfel sieben minus eins, so Kößler. US-Präsident Donald Trum habe offenbar vor, den Gipfel vier Stunden vor dem offiziellen Ende zu verlassen – das wäre vor den Verhandlungen zu dem Thema Klima, Weltmeere und vor dem offiziellen Familienfoto mit allen teilnehmenden Staatschefs.

"Das wäre ein offener Affront. Das wäre ein absolutes Symbol für den tiefen Graben, den es mittlerweile in den transatlantischen Beziehungen gibt."
Thilo Kößler, Korrespondent beim G7-Gipfel

Bisher hat Emmanuel Macron als jemand gegolten, der mäßigend auf Donald Trump eingewirkt hat. In einem Tweet ermahnt jetzt der französische Präsident den US-Präsidenten, die USA nicht international zu isolieren.

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Die Frage sei, wer auf dem Gipfel überhaupt noch deeskalierend wirken könne. In den letzten Stunden vor dem Gipfel habe es eine heftige Eskalationsspirale gegeben, so unser Korrespondent.

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"Kanada und Frankreich töten unsere Landwirtschaft", twitterte Donald  Trump. "Und nun schlagen eben auch Emanuel Macron und Justin Trudeau kräftig zurück", so Thilo Kößler.

"Justin Trudeau, das ist besonderes bemerkenswert, ist der Gastgeber. Das sind schon sehr ungewöhnliche Töne, die er angeschlagen hat."
Thilo Kößler, Korrespondent beim G7-Gipfel

Trudeau bezeichnet die Begründung Trumps für die Strafzölle als lächerlich und insgesamt als beleidigend. Das sei schon sehr ungewöhnlich für einen Gastgeber.

Offene Kamopfansage von Emmanuel Macron

Die hefigsten Töne aber kamen von Emmanuel Macron, sagt Thilo Kößler. Der französische Präsident habe Donald Trump eine Politik der Hegemonie vorgeworfen und dass die USA auf ein Ende der Herrschaft des Rechts zusteuern.

"Ein Satz ist mir besonders aufgefallen. Er hat gesagt: Kein Anführer ist von Ewigkeit. Das scheint mir eine offene Kampfansage zu sein."
Thilo Kößler, Korrespondent beim G7-Gipfel
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Zeigen wird sich jetzt auch, ob sich die europäischen Länder in dieser Situation zusammenraffen werden, oder ob sich auch hier die Gräben vergrößern – Stichwort: Brexit. Gleichzeitig bemühen sich Deutschland und Frankreich um die Einigung auf eine gemeinsame europäische Linie. Italien dagegen, mit einer neuen, europakritischen Regierung, verfolgt andere Ziele. Giuseppe Conte sei in der Tat eine Unbekannte, so unser Korrespondent.

"Conte wird von allen Beteiligten ins Gebet genommen. Es werden viele bilaterale Gespräche mit ihm geführt werden. Ich habe den Eindruck, dass die Parole jetzt heißt: Wir müssen die Gegenwehr organisieren.
Thilo Kößler, Korrespondent beim G7-Gipfel

Geplant sei eine gemeinsame Erklärung der teilnehmenden Länder, sagt Thilo Kößler. Sollte der US-Präsident vorzeitig abreisen, dann sicher nicht mit den USA. "Vorstellbar ist, dass man eine gemeinsame Erklärung der Sechs finden wird, die die Differenzen benennt und der Hoffnung Ausdruck gibt, dass sich die Vereinigten Staaten irgendwann eines besseren besinnen", sagt Thilo Kößler.