Stille ist ein Geschenk, das erfährt Karl schon als Baby. Als Kind beginnt er, ausgesuchten Personen die absolute Stille zu schenken - nämlich den Tod. Sanft erlöst er die Menschen von ihrer Qual, wie er meint. "Still. Chronik eines Mörders" von Thomas Raab ist das perfekte Buch für den Moment, in dem du "Das Parfum" von Patrick Süskind ausgelesen hast.

Karl Heidemann wird als Schreibaby geboren. Im Dorf Jettenbrunn. Er schreit unaufhörlich, außer der Vater spaziert mit ihm auf den Bauch gebunden durch den Wald. Bis eines Tages Karls Mutter ihn plötzlich in der Wanne sanft untertauchen lässt. Ruhe. Stille. Für ein paar Sekunden. Dann reißt sie Karl aus dem Wasser.

Unerträglicher Lärm

Den Eltern wird klar: Jedes Geräusch, das sie machen, macht Karl verrückt. Er hat ein hochsensibles Gehör. Im Keller hält er die Welt aus. Abgeschottet von den anderen Dorfbewohnern lernt er lesen und schreiben. Dem Tod begegnet Karl zum ersten Mal, als seine Mutter ertrinkt. Ihre plötzliche Stille empfindet Karl so schön, dass er sie auch anderen schenken mag. Lautlos streift er durchs Dorf und erlöst den ein oder anderen von schlechtem Gewissen, Trauer oder Schmerz. Die Polizei kommt ins Dorf und fahndet nach dem Serienkiller. Karl flieht in den Wald, da ist er noch keine 18 Jahre alt.

Thomas Raab ist für seine Krimi-Reihe um den Hobbydetektiv Willibald Adrian Metzger bekannt geworden. In "Still" erzählt der Krimi-Autor vom Grauen ohne blutrünstige Gewalt zu beschreiben. Das Grauen ist lang, bis Karl von seinem Gegenspieler, dem Polizisten Horst Schubert, gestoppt wird.

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