Der Zugang zu den Galapogas-Inseln ist streng reglementiert. Denn die Tiere, die dort leben, sind einmalig. Forscher wie Heinke Jäger tun alles dafür, dass das besondere Ökosystem der Insel geschützt wird.

Das typische Bild: wüste Lavalandschaft und darauf verwunschen wirkende Riesenschildkröten. Ganz so einsam und paradiesisch ist das Galapagos Archipel aber nicht, erklärt Heinke Jäger. Die Biologin setzt sich für den Naturschutz ein und lebt seit 20 Jahren auf einer der größeren Inseln. Fünf Inseln sind bewohnt. Supermärkte, Kneipen, Straßen, Autos - all das gibt es auch dort im Pazifik.

Leben mit Zwei-Meter-Schildkröten

Ursprünglich hat Heinke ihre Abschlussarbeit dort geschrieben - dann ist sie geblieben und arbeitet heute bei der Darwin Forschungsstation, einer Organisation, die die Regierung in Sachen Umweltschutz berät. Heinkes Fachgebiet sind invasive Arten. Denn die Pflanzen- und Tierwelt hat immer wieder mit neuen Einflüssen zu kämpfen, die vor allem durch den Menschen verursacht werden.

"Die Touristen selbst sind nicht das Problem, sondern eher die Lebensmittel, die nach Galapagos transportiert werden."
Heinke Jäger, Biologin auf Galapagos

Etwa 30.00 Menschen leben permanent in der Region. Zudem besuchen mehr als 200.000 Touristen jährlich die Inseln. Probleme ergeben sich durch Samen, Krankheitserreger oder mitgebrachte Insekten. Sie stecken beispielsweise unter den Schuhen der Besucher, an Zelten oder Regenkleidung oder verstecken sich in Lebensmitteltransporten.

Invasive Art unterm Schuh

Damit möglichst ausgeschlossen wird, dass irgendetwas nach Galapagos geschleppt wird, gibt es diverse Quarantäne-Maßnahmen, sagt Heinke: Beamte prüfen jede Lieferung und auch das Gepäck von Touristen - Fleisch und Milchprodukte werden beispielsweise direkt aussortiert. Galapagos-Touristen empfiehlt Heinke auch das Profil der Schuhe vor der Reise gründlich abzuspülen, ebenso wie benutztes Outdoorequipment. Für Heinke reichen diese Quarantänemaßnahmen jedoch nicht aus.

"Wir haben letztes Jahr eine Studie veröffentlicht, dass diese Maßnahmen unzureichend greifen. Es kommen nach wie vor viele – vor allem Insektenarten – nach Galapagos. Da muss mehr gemacht werden."
Heinke Jäger, Biologin auf Galapagos
Heinke Jäger im Wald
© Anna Walentowitz
Heinke überprüft, wie gut die Vernichtung der Brombeersträucher funktioniert hat. Die Art macht sich auf den Galapagosinseln breit.

Warum die Touristen nach Galapagos reisen, ist klar: die Natur ist wirklich einmalig. 97 Prozent der Fläche sind geschützt. Nur drei Prozent werden durch den Menschen beispielsweise landwirtschaftlich genutzt.

"Man muss aber bedenken, dass die geschützten 97 Prozent zum größten Teil riesige Lavaflächen sind, wo kaum Tier-und Pflanzenarten vorkommen", sagt Heinke. Besonders bedrohte Tierarten sind Landleguane, Meerechsen und Pinguine. Alles Arten, die sich früher ohne jegliche Feinde frei entwickeln konnten.

Dass invasive Arten übrigens, überhaupt nicht bösartig, sondern auf den ersten Blick ganz schmackhaft aussehen können, zeigt das Beispiel der Brombeere. Auf Galapagos sorgt sie für einige Probleme, erklärt Heinke: "Sie bildet undurchdringliche Dickichte aus, und da ist es für die einheimischen Pflanzen wirklich schwierig, da durchzudringen." Ihre Verbreitung wird mit der Machete und Pflanzenschutzmitteln bekämpft. 

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