Seide, Samt und Blumen oder Leder und Neopren - bei den Haute-Couture-Schauen in Paris trugen viele Models Kleider, die auch aus der Serie Game of Thrones hätten stammen können. Solche bekannten Serien üben einen starke Anziehungskraft auf Designer aus, auch weil sie helfen, schnell Geschichten zu erzählen.

Blumen im Haar, enge Seidenkleider und Samtmäntel - was auf den Laufstegen bei den Haute-Couture-Schauen zu sehen war, schien oft wie aus der Kostümkammer von Game of Thrones gemopst. In der erfolgreichen HBO-Serie tragen die Figuren am Hof genau solche verspielte, aufwendig bestickte und romantische Kleidung. Im Gegensatz dazu tragen die Charaktere der Familie Stark martialische, dunkle Kleidung aus Leder und Fell. Die Designer bedienen sich zur Zeit bei beiden Stilen.

"Mode muss heute auch immer mehr eine Geschichte erzählen. [...] Deshalb sind Serien, die uns sehr lange begleiten, [...] wahnsinnig gute Geschichten, die auch jeder sofort versteht."
Fredericke Winkler, Modesoziologin

In 15 Minuten auf dem Laufsteg lässt sich eine Geschichte natürlich nur sehr verkürzt erzählen - deshalb ist es praktisch, wenn man mit schon vorhandenen Symbolen arbeiten kann. Versace und Hermès haben zum Beispiel bei den Haute-Couture-Schauen in Paris eine romantische Geschichte erzählt, berichtet Modejournalistin Gesine Kühne. Dafür haben sie sich an den hellen, wallenden Gewändern der Familie Lannister aus Game of Thrones orientiert, bei denen alles glänzt und reich bestickt ist.

Romantisch mit Seide und martialisch mit Neopren

Als Gegenpol zu der opulenten Mode der Lannister-Familie hat auch die düstere Kleidung der Familie Stark die Designer inspiriert. Der Trend heißt Health Goth, sagt Gesine Kühne, und ist ein sportlicher, düsterer Stil. Die Materialien sind Leder, Neopren, technische Stoffe, und alles ist in Schwarz gehalten. Laut Gesine Kühne erkennt man zum Beispiel beim US-amerikanischen Designer Rick Owens vieles wieder, was die Starks aus Game of Thrones tragen und wofür sie stehen.