Mit dem Indiegame "Tchia" macht das französische Entwicklerteam seiner Heimat Neukaledonien eine Liebeserklärung: Als Mädchen Tchia erkunden wir die idyllische Inselwelt, spielen Ukulele, kochen landestypisch oder wehren uns gegen Zauberwesen.

Außerdem schlüpfen wir via Seelenwanderung in Hunde, Möwen, Delfine... oder auch mal einen Felsbrocken oder ein Sandwich, um uns gegen feindliche Zauberwesen zu erwehren. Das Computerspiel "Tchia" ist ein klein bisschen wie Urlaub, findet Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte Thomas Ruscher – und zwar in einer Fantasyversion der zu Frankreich gehörenden südpazifischen Inselgruppe Neukaledonien.

"Das Mädchen Tchia ist um die zehn Jahre alt. Und das Abenteuer, das wir mit ihr erleben können, ist wirklich ein bisschen wie ein Urlaub."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Das Inselparadies bietet Mangrovenwälder, wunderbare Hügellandschaften, türkises Meer und diverse Sandstrände. Genau dort lebt Spielheldin Tchia auf einer kleinen Insel gemeinsam mit ihrem Vater.

Ein Gott entführt Tchias Vater

Doch die Idylle bekommt einen plötzlichen Dämpfer: Der mächtige Gott Meavora wird nämlich erweckt und reißt die Macht an sich. Und nicht nur das. Er entführt auch noch Tchias Vater. Tchia – und damit wir, die wir sie spielen – muss also ihren Vater retten und das Inselparadies vom Tyrannen befreien.

Was düster klingt, zerstört das Urlaubsgefühl trotzdem nicht. Denn Tchias Rettungsaktion ist wunderschön bunt und farbenfroh anzuschauen. Außerdem ist das Inselparadies vollgestopft mit freundlichen Menschen, die Tchia helfen wollen. Gaby zum Beispiel, der Chefin eines kleines Dörfchens, muss Tchia Krabbenfleisch besorgen – erst wenn diese Challenge erledigt ist, geht das Spiel weiter.

"Wie ein Sandkasten, in dem man herumspielt"

Das Game bietet eine große, offene Welt, mehrere Inseln, auf denen wir uns frei bewegen können. Tchia kann springen, mit einer Art Fallschirm durch die Lüfte gleiten, schwimmen, tauchen, Bäume und Felsen heraufklettern oder Berge herunterrutschen.

"It's a sandbox game, with everything in the game design as a toy. We wanted to recreate that feeling of playing with a toy box when you're a child, that everything reacts to what you do."
Phil Crifo, Gamedesigner vom Entwicklerstudio Awaceb

Praktischerweise hat Tchia auch ein paar übersinnliche Fähigkeiten. Zum Beispiel lernt sie früh im Spiel den "Seelensprung". Damit kann sie ihre Seele für kurze Zeit in Tiere springen lassen – und das eröffnet ihr und uns Spielenden natürlich wunderbare Möglichkeiten: Als Taube kann Tchia nun fliegen, als Delfin durchs Meer tauchen oder als Katze schnell über die Berge rennen und im Dunkeln gut sehen. Als Hai kann sie kräftig zubeißen und als Stein, in den sie sich verwandeln kann, sich selbst auf ihre Feinde schleudern.

"It's a lot about improvisation and getting into that rhythm of reacting quick and having fun with the mechanics and being swift and stuff like that. I think once you get into the groove, it gets really satisfying."
Phil Crifo, Gamedesigner vom Entwicklerstudio Awaceb

Thomas Ruscher hat das Spiel gefallen. Es ist eine Art spielbare Liebeserklärung an die Heimat der Programmierer. Quasi alles, was in dem Spiel drinsteckt – Story, Charaktere, Tiere, das ganze Gefühl – ist von Neukaledonien inspiriert, hat ihm Game-Director Phil Crifo erzählt.

  • Moderation: Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner: Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte