Der Zusammenhang zwischen gewalttätigen Videospielen und brutalem Verhalten ist schnell hergestellt. Greg Toppo sieht das ganz anders. Manche Spiele können sogar bei ADHS helfen, sagt der Bildungsaktivist aus den USA.

1991: An der High School in Columbine verüben Eric und Dylan ein Massaker. Sie ermorden zwölf Schüler, einen Lehrer. Danach töten sie sich selbst. Die beiden waren Gamer. Welche Rolle gewalttätige Computerspiele auf sie hatten, ist unklar. Aber seitdem wird oft und schnell ein Zusammenhang zwischen brutalen Computerspielen und Gewaltverhalten hergestellt.

Der US-Amerikaner Greg Toppo will das nicht so einfach hinnehmen. Der Bildungsaktivist und ehemalige Lehrer hat das Buch "The Game Believes in You: How Digital Play Can Make Our Kids Smarter" geschrieben. Toppo ist davon überzeugt, dass gewalttätige Computerspiele sogar Sinn machen können.

Computerspiele in der Therapie

Brutale Computerspiele zeigen eher, dass Jugendliche einen gesunden Spieltrieb haben. Diesen Trieb nutzen zum Beispiel therapeutische Spiele wie "Throw Trucks". Damit wird ADHS therapiert. Bei dem Spiel werden Sensoren am Kopf der Gamer angebracht, mit denen sie Objekte auf dem Bildschirm bewegen können. Sie können Trucks herumschleudern oder auch zerstören - seine Mitspieler übrigens auch. Dennoch fördere das die Konzentration, sagt Toppo.

Aber auch gewalttätige Spiele für den Massenmarkt, wie Grand Theft Auto hätten einen positiven Effekt. In den Gegenden in den USA, in denen Videospielläden eröffnen, gehe die Kriminalitätsrate für Gewaltverbrechen runter.

"Games are a fantasy and have always been a fantasy. They are not the real world."

Aber ganz so einfach ist es dann auch nicht. Toppo ist sich unsicher, was Videospiele betrifft, in denen Frauen diskriminierend dargestellt werden. Jungs, die viele solcher Games spielen und sonst wenig mit Mädchen zu tun haben, könnten eine verzerrte Wahrnehmung entwickeln. Es geht also immer auch um den Kontext der Spieler und auch um das Spiel selbst.